Wenn ich an Las Palmas de Gran Canaria denke, dann nicht an den Strand. Sondern an einen Kreisverkehr. Genauer gesagt: an das, was um diesen Kreisverkehr herum passiert. Der Parque de Santa Catalina ist das pulsierende Herz der Stadt, ein Ort, der tagsüber nach Sonnencreme und abends nach Jazz riecht. Und genau hier, direkt an dieser Schnittstelle zwischen Stadtgeschichte und modernem Tourismus, steht ein Hotel, das mich seit Jahren fasziniert.
Ich habe unzählige Stunden in diesem Viertel verbracht, habe mir die Füße wundgelaufen, habe Frühstück im Schatten alter Bäume gegessen und bin abends durch die Straßen gestreift. Und ich habe einen Fehler gemacht, den ich Ihnen ersparen möchte: Ich habe Santa Catalina zuerst als reine "Durchgangsstation" abgetan – als Ort, den man hinter sich lässt, um zum Strand zu kommen. Was für ein Irrtum.
Wichtige Erkenntnisse
- Santa Catalina ist mehr als nur ein Park – es ist das kulturelle und soziale Zentrum von Las Palmas, mit Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.
- Das Hotel Santa Catalina, ein Royal Hideaway Hotel, ist kein gewöhnliches 5-Sterne-Haus, sondern ein Stück lebendiger Stadtgeschichte mit prominenten Gästen.
- Die Gastronomie rund um den Park bietet eine Bandbreite von traditionellen Tapas-Bars bis zu anspruchsvoller Küche im Hotel – für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei.
- Die Lage ist strategisch: fussläufig zum historischen Zentrum, zum Hafen und mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, inklusive der berüchtigten Busstation.
- Ein Besuch lohnt sich das ganze Jahr über, aber der Jazz Brunch und die kulturellen Events machen den Park zu einem Erlebnis, das man nicht planen kann – man muss es einfach erleben.
Der Parque de Santa Catalina ist nämlich der perfekte Ausgangspunkt, um die Stadt wirklich zu verstehen. Sie wollen wissen, wo die Einheimischen ihren Kaffee trinken? Hier. Wo die besten Jazz-Klänge der Insel erklingen? Hier. Und wo man in einem Hotel absteigt, das schon Gregory Peck beherbergt hat? Na, Sie ahnen es.
Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen mein Santa Catalina.
Santa Catalina: Mehr als nur ein Park – das Herz von Las Palmas
Der Parque de Santa Catalina ist nicht einfach eine Grünfläche. Er ist die Bühne der Stadt. Hier treffen sich Großmütter mit ihren Enkeln, Geschäftsleute beim Mittagsspaziergang und Touristen, die versehentlich vom Hafen hierhergeschlendert sind. Die Atmosphäre ist einzigartig – eine Mischung aus karibischer Gelassenheit und urbanem Puls.
Was Sie hier erwartet:- Die berühmte Busstation: Der intermodale Knotenpunkt ist das Einfallstor für die gesamte Insel. Von hier aus starten die Busse (Guaguas) in alle Himmelsrichtungen.
- Das grüne Herz: Der Park selbst ist eine Oase mit hohen Palmen, schattigen Wegen und Bänken, die zum Verweilen einladen.
- Kulturelle Bühne: Regelmäßig finden hier Konzerte, Märkte und Feste statt. Besonders der Sonntagsmarkt ist ein Erlebnis für die Sinne.
- Architektonische Kontraste: Hier treffen historische Gebäude auf moderne Bürokomplexe – ein Spiegelbild der Stadtentwicklung der letzten 130 Jahre.
Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch vor Jahren. Ich stand an der Bushaltestelle, leicht desorientiert vom Flug, und wurde sofort von der Energie dieses Ortes mitgerissen. Überall wurde gelacht, gequatscht, Kaffee getrunken. Ein älterer Herr spielte auf einer Gitarre, ein paar Kinder jagten Tauben. Und ich dachte nur: Hier will ich bleiben.
Das Hotel Santa Catalina: Ein königlicher Rückzugsort mit Geschichte
Direkt am Park gelegen, thront das Hotel Santa Catalina, a Royal Hideaway Hotel, wie ein stolzer Wächter über dem Geschehen. Dieses Haus ist nicht einfach ein Ort zum Schlafen – es ist ein Denkmal, das Geschichten erzählt.
Geschichte, die man spürt: Von Gregory Peck bis heute
Erbaut im Jahr 1890, ist das Hotel eines der ältesten und prestigeträchtigsten der Kanaren. Und die Gästeliste liest sich wie das Who-is-Who des 20. Jahrhunderts. Gregory Peck wohnte hier während der Dreharbeiten zu Moby Dick – die Strände von Las Canteras dienten damals als Kulisse für die Waljagd-Szenen, das wussten Sie? Auch Winston Churchill, Maria Callas, Ava Gardner und Agatha Christie sollen hier abgestiegen sein.
Als ich das erste Mal davon hörte, musste ich schmunzeln. Man stelle sich vor: Agatha Christie sitzt auf der Terrasse, trinkt ihren Tee und überlegt sich den nächsten Mordfall. Die Aura dieser Geschichten ist noch heute im Gebäude spürbar – besonders in den ruhigen Fluren der oberen Etagen, wo der Blick über die Dächer der Stadt bis zum Meer reicht.
Architektur zwischen Kolonialstil und Moderne
Nach einer umfassenden Renovierung präsentiert sich das Hotel als gelungene Symbiose aus historischem Charme und modernem Luxus. Die Fassade mit ihren Verzierungen und Bögen erinnert an den kolonialen Baustil, während die Innenräume mit klaren Linien und hochwertigen Materialien überzeugen.
Ich habe mir das Haus bei einem meiner Besuche genauer angesehen – nicht als Gast, sondern als neugieriger Spaziergänger, der einen Kaffee in der Lobby trinken wollte. Die Mischung ist beeindruckend: edle Hölzer treffen auf zeitgenössische Kunst, schwere Stoffe auf lichtdurchflutete Räume. Ein Ort, der Würde ausstrahlt, ohne steif zu wirken.
Kulinarische Entdeckungsreise: Restaurants in und um Santa Catalina
Die Gastronomie ist das Herzstück des Viertels – und das Hotel spielt dabei eine Hauptrolle.
Kulinarik im Hotel: Von traditionell bis avantgardistisch
Das Hotel Santa Catalina beherbergt mehrere Restaurants und Bars, die weit über die Hotelgäste hinaus bekannt sind. Die Küche verbindet kanarische Tradition mit internationaler Raffinesse. Ich habe dort einmal einen Abend verbracht, der mir gezeigt hat, was "fine dining" auf den Kanaren bedeuten kann: lokaler Fang, frisch vom Markt, zubereitet mit einer Leichtigkeit, die man nur mit hochwertigen Zutaten erreicht.
Ein Tipp aus Erfahrung: Fragen Sie nach einem Tisch auf der Terrasse. Der Blick auf den Park, der langsam in das Abendlicht taucht, ist unbezahlbar – und der Service hat bei meinem Besuch eine fast schon unheimliche Perfektion erreicht, ohne aufdringlich zu sein.
Die Vielfalt im Viertel: Zwischen Tapas-Bar und Jazz-Club
Doch nicht nur das Hotel lockt mit Gaumenfreuden. Rund um den Park finde Sie eine beeindruckende Dichte an Bars und Restaurants. Von der einfachen Tapas-Bar, wo die Einheimischen bei einem Bierchen kleine Köstlichkeiten genießen, bis zum stilvollen Restaurant mit Meerblick.
Ich empfehle Ihnen, einfach loszulaufen und sich treiben zu lassen. Die Straßen rund um den Parque de Santa Catalina sind voller Überraschungen. Mein persönlicher Favorit ist eine kleine Bar in einer Seitenstraße, die mehr schlecht als recht eingerichtet ist, aber den besten geschmorten Oktopus der Insel serviert. Aber das ist eine andere Geschichte.
Samstags, 13 Uhr: Der Jazz Brunch – ein Ritual, das man erlebt haben muss
Wenn Sie nur eine Sache in Santa Catalina tun, dann das: Gehen Sie zum Jazz Brunch. Dieses wöchentliche Ereignis, das im Hotel Santa Catalina stattfindet, ist längst eine Institution in Las Palmas. Live-Jazz, ein üppiges Buffet und eine Atmosphäre, die an die großen Hotels der 1920er Jahre erinnert.
Ich habe an einem verregneten Samstag daran teilgenommen, eher aus Neugier als aus Überzeugung. Ehrlich gesagt, ich hatte etwas Steifes erwartet, ein Event für betuchte Rentner. Weit gefehlt. Die Stimmung war ausgelassen, die Musik erstklassig und das Buffet eine Verführung, der ich nicht widerstehen konnte. Zwischen Saxophon-Soli und Champagnerklang fühlte ich mich, als wäre ich in eine andere Zeit versetzt.
Das sollten Sie wissen:- Wann: In der Regel samstags, Beginn mittags.
- Was: Jazz-Livemusik und ein reichhaltiges Brunch-Buffet.
- Für wen: Für alle – von Familien bis zu Paaren, von Einheimischen bis zu Touristen.
- Preis: Im oberen Segment, aber für das Erlebnis meiner Meinung nach jeden Cent wert.
- Reservierung: Unbedingt vorher reservieren, die Plätze sind begrenzt und begehrt.
Praktisch durchdacht: Busstation, Anfahrt und erste Schritte
Die Anreise nach Santa Catalina ist einfacher, als Sie vielleicht denken.
Die Busstation: Ihr Drehkreuz für die ganze Insel
Die Estación de Santa Catalina ist der wichtigste Busbahnhof von Las Palmas. Von hier aus erreichen Sie:
- Die Altstadt (Vegueta): Mit den Buslinien 17 oder 12, Fahrtzeit ca. 15-20 Minuten.
- Playa de Las Canteras: Nur ein paar Minuten zu Fuß oder eine kurze Busfahrt.
- Flughafen (LPA): Die Linie 60 verbindet den Flughafen direkt mit der Station. Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde.
- Den Süden der Insel: Hier starten die großen Überlandbusse nach Maspalomas und Playa del Inglés.
Die Station selbst ist ein modernes Bauwerk mit Geschäften und Kiosken – ein guter Ort, um sich mit Wasser und Snacks einzudecken, bevor es losgeht.
Anreise mit dem Auto? Ein Wort der Warnung
Kommen Sie mit dem Mietwagen, seien Sie gewarnt: Parkplätze sind in Santa Catalina ein rares Gut. Es gibt zwar ein Parkhaus, aber die Zufahrt ist eng und das Navigationsgerät manchmal überfordert. Ich habe einmal selbst 20 Minuten gebraucht, bis ich einen freien Platz in einer Seitenstraße gefunden hatte. Mein Rat: Stellen Sie das Auto am Stadtrand ab und nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel. Ihr Nervenkostüm wird es Ihnen danken.
Shopping, Flanieren und noch mehr Entdeckungen
Santa Catalina ist auch ein Paradies für Shopping-Fans – wenn man weiß, wo man suchen muss.
Einkaufsmöglichkeiten im Überblick:- Calle Triana: Die elegante Einkaufsstraße mit historischen Gebäuden und vielen internationalen Marken ist nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
- El Muelle: Die Hafenpromenade lädt mit Shops und Restaurants zum Bummeln ein – perfekt für einen Sonnenuntergangsspaziergang.
- Kleine Läden und Boutiquen: In den Seitenstraßen rund um den Park finden Sie lokale Kunsthandwerker und Designer, die einzigartige Souvenirs anbieten. Hier lohnt es sich, vom Hauptweg abzuweichen.
Und wenn Sie eine Pause brauchen? Setzen Sie sich einfach auf eine Bank im Park und beobachten Sie das Treiben. Das ist kostenlos und gehört für mich zu den schönsten Erlebnissen der Stadt.
Ihr Besuch in Santa Catalina: Ein Plan, der funktioniert
Lassen Sie mich Ihnen einen idealen Tagesablauf skizzieren, der sich bei mir über mehrere Besuche herauskristallisiert hat:
Eine Sache noch: Planen Sie nicht zu viel. Die Magie dieses Ortes liegt im Zwischenmenschlichen, im Zufall, im Nicht-Geplanten. Lassen Sie sich treiben.
Was bleibt? Der Zauber des Alltäglichen
Ich habe inzwischen viele Städte gesehen, aber Santa Catalina hat etwas, das ich selten anderswo finde: eine Authentizität, die sich nicht inszenieren lässt. Es ist die alte Dame, die jeden Morgen auf derselben Bank sitzt und die Tauben füttert. Es ist der Kellner, der Ihren Namen nach dem zweiten Besuch kennt. Es ist der Moment, wenn die Abendsonne die Fassade des Hotels in goldenes Licht taucht und Sie für einen Augenblick vergessen, in welchem Jahr wir schreiben.
Santa Catalina, Las Palmas – das ist kein Ort, den man abhakt. Das ist ein Ort, zu dem man zurückkehrt. Vielleicht ohne es zu planen. Vielleicht genau deshalb.
Ich wünsche Ihnen eine unvergessliche Reise – und wer weiß, vielleicht sehen wir uns dort, bei einem Kaffee am Park, einem Jazz-Takt oder einfach so, mitten im Herzen dieser wunderbaren Stadt.