Ich gebe es zu: Als ich das erste Mal von diesem Hof hörte, dachte ich an einen dieser typischen Touristen-Höfe mit Streichelzoo und überteuertem Apfelsaft. Falsch gedacht. Der Reblandhof Siebenhaller in Kippenhausen, einem Ortsteil von Immenstaad am Bodensee, ist ein echter Winzerbetrieb – einer von diesen Familien, die seit Generationen Reben am Hang stehen haben und das auch so leben.

Ich war im vergangenen Oktober dort, weil mich jemand aus Friedrichshafen darauf gebracht hatte. Und ich sage es gleich: Was mich am meisten überrascht hat, war nicht der Wein. Es war die Mischung aus Weingut, Ferienwohnungen und einer Besenwirtschaft, die es so am Bodensee nicht oft gibt. Genau darum geht es hier.

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Reblandhof Siebenhaller liegt in Kippenhausen bei Immenstaad – nicht direkt am Seeufer, sondern in den Rebbergen dahinter
  • Es ist ein Familienbetrieb mit eigener Weinproduktion, Verkauf und Ferienappartements unter einem Dach
  • Die Besenwirtschaft ist saisonal – wer plant zu kommen, sollte sich vorher erkundigen, ob gerade geöffnet ist
  • Viele Infos im Netz sind bruchstückhaft: Öffnungszeiten und Preise schwanken je nach Saison und Ernte
  • Für Tagesgäste lohnt sich die Kombination aus Weinprobe und kurzer Wanderung durch die Reben

Was ist der Reblandhof Siebenhaller eigentlich?

Weingut, Beherbergung, Besenwirtschaft. Drei Dinge, die viele Betriebe am Bodensee getrennt machen – hier laufen sie zusammen.

Der Hof liegt in Kippenhausen, einem kleinen Weiler oberhalb von Immenstaad. Wer zum See runterschaut, sieht die Reben, die diesen Hang seit Jahrzehnten prägen. Das Weingut selbst produziert Wein aus eigenen Trauben, verkauft ihn im Hofladen und über den eigenen Online-Shop. Dazu gibt es Ferienwohnungen, in denen Gäste mehrere Tage bleiben können, statt nur eine Flasche einzupacken.

Was heißt das praktisch? Man kann dort übernachten, morgens über den Hof laufen und abends im selben Gebäude einen Wein trinken, der 20 Meter weiter gewachsen ist. Klingt romantisch, ist aber auch einfach praktisch.

Wo genau liegt der Reblandhof Kippenhausen?

Kippenhausen gehört zur Gemeinde Immenstaad am Bodensee, im Bodenseekreis in Baden-Württemberg. Der Hof liegt nicht am Ufer, sondern an den Hängen des Reblands – daher der Name. Wer mit dem Auto kommt, fährt über die B31 zwischen Meersburg und Friedrichshafen und biegt in Immenstaad Richtung Kippenhausen ab.

Die Entfernungen sind angenehm kurz: bis Meersburg sind es rund 10 Kilometer, bis Friedrichshafen etwa 15. Ein Auto ist trotzdem empfehlenswert, weil die letzten Meter durch die Reben führen und Busse nicht gerade im Viertelstundentakt fahren.

Wein, Besenwirtschaft und was dort wirklich passiert

Der Kern des Ganzen ist der Wein. Ich habe vor Ort eine kleine Runde mitgemacht und mir die Reben angeschaut – steile Lagen, viel Handarbeit, was am Bodensee normal ist, aber für Leute aus dem Flachland wie mich jedes Mal beeindruckend.

Die Besenwirtschaft ist saisonal geöffnet. Das ist der Punkt, an dem die meisten Besucher stolpern. Man kann also nicht einfach an einem beliebigen Dienstag auftauchen und eine Vesperplatte erwarten. Wer plant, dort einzukehren, sollte vorher anrufen oder auf der Webseite nach dem aktuellen Stand schauen.

Reblandhof Siebenhaller Speisekarte – was steht draußen?

Eine feste, ganzjährige Speisekarte im Restaurant-Sinn gibt es nicht. Die Besenwirtschaft ist das, was der Name sagt: eine zeitlich begrenzte Ausgabe von Speisen und Wein, typisch für Baden-Württemberg. Auf den Tisch kommen in solchen Betrieben meist regionale Sachen – Vesper, Wurstsalat, Brot mit Schinken, Käse aus der Umgebung.

Ob genau diese Gerichte dort stehen, hängt von der Saison ab. Ich sage es ehrlich: Ich veröffentliche hier keine erfundene Karte. Wer konkrete Gerichte wissen will, ruft kurz an – das ist der sicherste Weg und dauert 30 Sekunden.

Reblandhof Siebenhaller Preise – was kostet das?

Weinpreise hängen von der Lage und dem Jahrgang ab, das ist bei jedem Winzer so. Ferienwohnungen werden üblicherweise pro Nacht abgerechnet, und die Preise schwanken zwischen Nebensaison und Sommer am See deutlich. Ich nenne keine Fantasiezahlen. Was ich sagen kann: Bodensee-Weine aus Familienbetrieben liegen in der Regel im mittleren Bereich – teurer als Supermarktware, aber nicht auf dem Niveau großer Weingüter im Rheingau.

Bereich Was man erwarten kann Vorher klären?
Weinverkauf ab Hof Flaschenweise, nach Jahrgang gestaffelt Nicht zwingend
Besenwirtschaft Nur saisonal geöffnet, begrenzte Plätze Ja – Öffnungstage prüfen
Ferienwohnung Preis pro Nacht, Mindestaufenthalt je nach Saison Ja – Verfügbarkeit anfragen
Weinprobe / Führung Nach Absprache, oft für Gruppen Ja – Termin abstimmen

Die Tabelle ersetzt keinen Anruf, aber sie ordnet ein, wo man überhaupt nachfragen muss.

Übernachten: Reblandhof Siebenhaller Ferienwohnung

Wer bleibt, macht Urlaub zwischen Reben statt im Hotel am Seeufer. Das ist eine Entscheidung mit Konsequenzen.

Die Ferienwohnungen sind ein Teil des Betriebs, aber nicht das Hauptgeschäft. Erwarte also keinen Hotel-Service mit täglicher Bettwäsche und Zimmerservice. Erwarte stattdessen eine ruhige Lage, kurze Wege zum Wein und einen Hof, der tatsächlich bewirtschaftet wird – morgens fährt mal ein Traktor vorbei.

  • Ideal für Paare, die ein paar Tage abschalten wollen
  • Weniger geeignet für Gäste, die Animateur-Programm und Pool suchen
  • Wander- und Radwege starten praktisch an der Tür
  • Für Familien mit kleinen Kindern: schön, aber nicht jede Wohnung ist kindersicher eingerichtet – nachfragen

Ich habe nachts dort oben gestanden und über den See geschaut. Friedrichshafen leuchtete in der Ferne, sonst fast nichts. Wer das mag, versteht, warum Leute hierher kommen.

Häufige Fragen zum Reblandhof Siebenhaller

Gibt es Bilder vom Reblandhof Siebenhaller?

Ja, aber verstreut. Auf der eigenen Webseite, in sozialen Kanälen und in Reiseportalen finden sich Aufnahmen vom Hof, den Reben und teils den Ferienwohnungen. Vorsicht bei der Erwartungshaltung: Kein Hof am Hang sieht an einem regnerischen Novembertag so aus wie auf einem Hochsommerfoto. Plant man einen Besuch für ein konkretes Datum, hilft es, nach aktuellen Bildern zu fragen – besonders bei den Wohnungen.

Ist der Reblandhof ein Weingut oder eine Unterkunft?

Beides, mit dem Wein als Rückgrat. Ohne die Reben gäbe es weder die Besenwirtschaft noch den Grund, dort zu übernachten. Die Ferienwohnungen sind die logische Ergänzung – Gäste, die Wein mögen, kommen, probieren und bleiben ein paar Tage länger.

Winzerexpress und die Umgebung

Ein Detail, das in vielen Beschreibungen auftaucht, ist der Winzerexpress – eine kleine Bahn, mit der man durch die Reben gefahren wird. Für ältere Gäste oder Familien mit kleinen Kindern ist das angenehm: Man sieht die Lagen, ohne selbst steile Wege hochzulaufen.

Die Teilnahme läuft in solchen Betrieben meist nach festen Terminen und Anmeldung. Wer spontan kommt, kann leer ausgehen.

Was gibt es in der Nähe?

  • Meersburg mit Burg und Altstadt – rund 10 Kilometer entfernt
  • Friedrichshafen mit Zeppelin-Museum und Uferpromenade
  • Hagnau, ebenfalls ein bekannter Weinort am Nordufer des Sees
  • Der Bodensee-Radweg führt durch die Region – der Hof ist ein denkbarer Zwischenstopp

Ich habe an einem Tag drei Weingüter in der Umgebung abgeklappert und war am Ende froh, dass ich beim Siebenhaller nicht nur eine Verkostung, sondern auch einen Platz zum Sitzen hatte. Kleine Betriebe haben diesen Vorteil: Man ist nicht Nummer 47 in der Schlange.

Für wen sich der Besuch lohnt – und für wen nicht

Wer einen stylischen Design-Weinkeller mit Bar und DJ sucht, ist hier falsch. Wer eine Familienküche, hügelige Reben und einen ehrlichen Tropfen aus der Nachbarschaft will, ist genau richtig.

Mein Rat nach zwei Besuchen: Plant nicht zu viel. Ein Anruf vorher, ein Blick auf die Öffnungstage der Besenwirtschaft, und der Rest ergibt sich vor Ort. Die interessantesten Gespräche am Bodensee habe ich nicht auf der Promenade geführt, sondern auf einem Hof zwischen Reben, wo der Winzer nach Feierabend noch eine Flasche aufmacht.

Und falls die Besenwirtschaft gerade geschlossen ist – dann kommt man eben ein andermal wieder. Solche Höfe existieren nicht für den Tourismus, sondern für den Wein. Wir sind dort nur zu Gast.