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Die Republik Ungarn liegt im mittleren Teil Europas im Karpatenbecken, umgrenzt von den Alpen und den dinarischen Alpen ( = ein südosteuropäisches Gebirgssystem, welches sich an die Ostalpen anschliesst ) und grenzt an Österreich, der Slowakei, Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien.

Geografie

Die geografische Lage Ungarns liegt zwischen den nördlichen Breiten von 45°44'(48°35') und den östlichen Längen von 16°07'(22°54'). Die Landesfläche beträgt 93.030 km² und bedeckt damit 1 Prozent des Kontinents. Die Gesamtlänge der Landesgrenze beträgt 2216,8 Kilometer. Davon grenzen 655,1 km an die Slowakei, 136,6 km an die Ukraine, 448 Kilometer an Rumänien, 621,1 km an die jugoslawischen Nachfolgestaaten (165,8 km: Bundesrepublik Jugoslawien; 355,3 km: Kroatien; 100 km Slowenien) und 356 km an Österreich.


Karte Ungarn
© Gouvernement hongrois


Fast drei Viertel der Landesfläche ist eine niedere Tiefebene, ein Fünftel ist von Hügellandschaften bedeckt (nicht höher als 400 Meter) und kaum fünf Prozent sind Mittelgebirge (zwischen 400 und 1000 Meter). 
Der höchste Punkt Ungarns ist die Bergspitze Kékes (1014 m) in der Mátra. Die tiefsten Flächen liegen südlich von Szeged im Theißtal, bei Gyálarét (78 m). Die Ungarische Tiefebene und die Kleine Tiefebene sind Flache Gebiete. Das Hügelland von Zala und Somogy sowie der Bergrücken von Tolna in Transdanubien ist eien Hügellandschaft, das Gebirge von Sopron und Kőszeg, das Mecsek sowie die Transdanubischen und Nördlichen Mittelgebirge sind Berglandschaften. 

Das Klima 
Ungarn liegt im gemäßigten Klimagürtel, am Schnittpunkt der kontinentalen, der ozeanischen und der subtropisch mediterranen Klimagebiete. Das Wetter ist - insbesondere in der Tiefebene - wegen der verhältnismäßigen Eingeschlossenheit im Karpatenbecken eher trocken, und ist manchmal launenhaft. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt landesweit 9,7 °C, in Budapest 11,2 °C. Der wärmste Monat ist Juli mit einer Normaltemperatur von 20, 0 °C, der kälteste Monat ist Januar mit einer Normaltemperatur von (2,1 °C. An den wärmsten Sommertagen kann die Temperatur sogar 33(38 °C erreichen, in kälteren Wintern können Temperaturen von (25,0, (30,0 °C vorkommen. 
Im Jahresdurchschnitt betragen die Niederschläge 470(550 mm in den mittleren Teilen der Tiefebene und 700(800 mm in den Mittelbergregionen. Es gibt relativ wenige schneebedeckte Tage. 
Die Jahreszahl der Sonnenstunden schwankt sich zwischen 1700 und 2200. Der meiste Sonnenschein wird in den Gebieten zwischen Donau und Theiß registriert, der wenigste in den Ausläufern der Alpen und in den Nördlichen Mittelgebirgen. Die Jahresdurchschnittsgeschwindigkeit der Winde beträgt 2,4 m/sec. 

Geschichte
Vor der Landnahme, Ansiedlung und die Árpáden (896-1301)

In der Landschaft lebten Menschen seit Anfang der Zivilisation, wo verschiedene Kulturen sich treffen konnten. Im I. Jahrtausend v. Ch. kamen Reitervölker iranischer Herkunft (Szythen) und andere indoeuropäische Stämme (Kelten, Illyrier und Thraker). 
Das Karpatenbecken gehörte in der letzten Eroberungsperiode des Römischen Reiches zu der mediterranen, griechisch-römischen Zivilisation, wann Stadtzentren, bepflasterte Straßen und die ersten schriftlichen Quellen auftauchten. Durch die Völkerwanderung wurde aber dieser Prozess beendet. 
Auf dem Lande erschienen Germanen und die Nomaden (Hunnen und Awaren). Das Römische Reich wurde vom Anfang des III. Jahrhunderts zur Defensive gedrängt und die Römer zogen sich gegen 430 wegen der Hunnen aus Pannonien zurück. 
Der berühmte Hunne König Attila, regierte sein großes Reich mit kurzem Leben. Nach seinem Tod brach das Hunnische Reich zusammen und sein Territorium wurde unter den germanischen Stämmen verteilt. Die Hegemonie wurde durch die Awaren zerstört. Das bis zum Ende des VI. Jahrhunderts zustande gekommene Reich wurden durch die Feldzüge von Karl dem Großen (790) und durch die Bulgaren zerschlagen. 
Als die ungarischen Stämme ins Karpatenbecken kamen, gehörte Transdanubien zum fränkischen Reich, die Tiefebene und Siebenbürgen standen unter bulgarischen Tributpflicht, der Norden gehörte zum Großmährischen Reich. 
Ansiedlung der Magyaren und Stephan der Heilige (896-1038) 
Nach den Wissenschaften ist der auf Jahrtausende zurückzuführende Ursprung der Magyaren noch nicht geklärt. Nach einer Auffassung ist es mit Hilfe der Sprachwissenschaft zu beweisen, dass sich die Urheimat der Magyaren in Asien im Ural befand und ihre ungarischen Stämme zur finnisch-ugrischen Sprachfamilie gehörten. Die Magyaren verließen dann die nordwestlichen Verwandten und im I. Jahrtausend v. Chr. sind sie schon im Südwesten des Urals, wo sie in der "ungarischen Urheimat? (Magna Hungaria, Baschkirien) ihre Viehe weideten. In einem Jahrtausend später schlossen sie sich an die Völkerwanderung und zogen auf die Steppen, die sich zwischen den ins Schwarze Meer mündenden Flüssen befanden (Levedien und Etelköz). Sie trafen wahrscheinlich schon früher auch türkische Völker, aber die Archäologieforschungen können diese Elemente nur auf diesen Gebieten aufweisen (aus dem Wort onogur stammt das Wort "hungar?). 
Nach den Wissenschaftlern kamen die Magyaren ins Karpatenbecken im VII. Jahrhundert durch die neuen Völkerwanderungen. Eins steht aber fest: die Magyaren kannten das Karpatenbecken ab Mitte der 800er Jahren, da die ungarischen Stämme entweder auf der Seite der Franken oder der Mähren für die Gebiete an den Kriegen teilnahmen. Dadurch konnten sie nicht nur die günstigen geographischen Gegebenheiten des Karpatenbeckens kennen lernen, sondern die Schwäche ihrer Gegner und auch die Machtverhältnisse, die alles dazu beitragen konnte, dass sie vor den Petschenegen fliehend nach einem sicheren Gebiet suchten. Sie suchten die neue Heimat und zusammen mit Frauen und Kindern wählten sie die Richtung Karpatenbecken. 
Nach der Legende schlossen die sieben ungarischen Stämme einen "Blutvertrag?? und sie wählten Árpád zum Fürst, der dann die große Aufgabe erfolgreich durchführte: die Führung der ungefähr halbe Millionen Magyaren ins Karpatenbecken zu führen. 
Die Magyaren setzten in ihrer neuen Heimat die frühere Lebensweise fort: die Weide ergänzten sie mit Landbau, aber sie führten noch Jahrhunderte lang zahlreiche Raubzüge gegen die Völker Europas - ähnlich wie die Normanen und Wikinger, bis sie die erste Niederlage bei Augsburg (955) vom Heer des deutschen Kaisers Otto. I. erlitten. 
Die Nachkommen von Árpád erkannten, dass es eine wichtige Voraussetzung ist die europäischen Muster zu übernehmen, wenn sie bestehen bleiben wollen. Das bedeuteten vor allem die Christianisierung und der Ausbau der Verwaltung. Der Urenkel von Árpád, Géza (972-997) ließ sich taufen, aber nach den Chroniken opferte er weiterhin den heidnischen Göttern. Der Sohn von Árpád, Stephan erzog er wie ein Christlicher. Er lud die bekanntesten deutschen Missionare zum Lehren ein, deutsche Ritter lebten in seinem Hof und er heiratete die Schwester des Königs von Bayern, Giselle. 
Er erreichte sein Ziel: sein Sohn Stephan I. (997-1038) setzte die Politik seines Vaters fort. Er baute einen starken, den westeuropäischen Staaten ähnlichen christlichen Staat im Karpatenbecken aus. Er verpflichtete den ganzen Staat die Doktrinen der Christianisierung einzuhalten. Er gründete neue Bistümer und Klöster, ließ Kirchen erbauen und errichtete Kirchenbezirke. Er holte Mönche, die nicht nur die neue Lehre verbreiteten, sondern sie lehrten die ganze Bevölkerung des Landes Gartenbau, Weinbau und verschiedene Gewerbetätigkeiten. Sie begründeten und verbreiteten die Schriftlichkeit, die der Errichtung der straffen Verwaltung ermöglichte. 
Stephan I. wurde im Jahr 1000 zum ersten König des ungarischen Reiches gekrönt. Zur Zeremonie bat er den Papst in Rom um die Krone. Dadurch wollte er seine Verpflichtung zur westlichen Christianisierung zum Ausdruck bringen. Die Stammesfürsten, die der neuen Religion und der Errichtung der Verwaltung widerstanden, wurden besiegt und sie verloren die Grundsitze und in diesen Gebieten wurden die neuen Komitate gegründet. Diese bilden heutzutage auch die Grundlage der Verwaltung Ungarns. 
Der im Jahr 1083 heilig gesprochener Stephan baute einen modernen, christlichen europäischen Staat durch seine riesige Organisation auf, der schon im Leben des Königs genug stark war, sich der Hegemonie des Deutsch-Römischen Reiches zu widersetzen und die Feldzüge des Kaisers Konrad II: zurückzuschlagen. 
Das Haus Árpád nach dem König Stephan I. (1038-1301) 
Unter den Nachkommen von Stephan versuchten Ladislaus I. (1077-1096) und Koloman I. ( Kálmán) (1096-1116) durch strenge Gesetze die Eigentumsverhältnisse und christliche Werte geregelt. 
Ende des XI. Jahrhunderts trat Ungarn, die mittel-europäische Macht im Osten und Süden als Eroberer auf. Die Feldzüge in den Gebieten des heutigen Galizien und der Ukraine führten nicht zum Erfolg, aber Kroatien anerkannte im Jahre 1091 die Hoheit des Hauses Árpád. 
Während der Herrschaften von schwächeren Königen wurden die Grundbesitze des Königs verschenkt, was dem westeuropäischen Modell entsprechend zur Errichtung einer feudalen Gesellschaft führte. Aus diesem Grund war notwendig, eine Verfassung zu gründen, deren Grundurkunde die Goldene Bulle (1222) ist. Sie gab König Andreas II. aus, die die Historiker parallel mit dem Magna Charta aus dem Jahr 1215 erwähnen. Diese Urkunde sicherte den Feudalherren, den Baronen und den Kleinadligen ihre Privilegien, die dadurch u.a. das Recht zum bewaffneten Widerstand gegen den König hatten und die der König zum Landtag zusammenrufen konnte. 
Die verhältnismäßig ruhige Entwicklung wurde durch die Mongolen (1241-1242) gebrochen. Sie verwüsteten das ganze Land, den König und seinen ganzen Hof bis zur Adria gejagt. Während des Angriffs der Mongolen ist ein Drittel der Bevölkerung ums Leben gekommen. Béla IV. (1235- 1270) wurde mit Recht "zweiter Staatsgründer? genannt, da er das verwüstete Land wieder aufbauen sollte. Da wurden Burgen aus Stein mit festem Verteidigungssystem erbaut, auf die unbewohnten Gebiete lud er Ansiedler, und durch eine geduldige, harte Arbeit organisierte er das Landesleben. 
Nach seinem Tod nutzten die Adeligen ihre 7neuen Positionen aus, und das Streben nach Selbstständigkeit der Feudalherren gefährdete schon den Staat des Königs Stephans. Die Lage verschlechterte sich nach dem Sterben des letzten Nachkommens des Árpád-Hauses, weil dann der Kampf für die ungarische Krone seinen Anfang bekam.

Der ungarische Staat im Mittelalter und die Türkenherrschaft (1301-1526)
Im Jahr 1301 ist das Árpáden-Haus erloschen. Unter den Rivalitäten europäischer Dynastien ist als Sieger das neapolitanisch-französische Anjou-Haus hervorgegangen und es hat die ungarische Krone bekommen. Die zwei ungarischen Könige aus dem Anjou-Haus: während der Herrschaft von Karl I. (Robert von Anjou) (1307-1342) und Ludwig der Große (1342-1382) hat Ungarn wieder seine Blütezeit gelebt. Karl I. ist es gelungen, durch seine gute Steuerpolitik, Münzenreform und durch die effizientere Ausnutzung der reichen ungarischen Bergwerke seine Macht zu befestigen. Er hat im Jahr 1335 die Könige von Böhmen und Polen eingeladen und an dem sog. "Visegrader Treffen? durch das politische und Handelsabkommen angeregt denersten mitteleuropäischen Bund ins Leben gerufen. 
Die Herrschaft des zweiten Anjou-Königs ist vor allem durch seine Eroberungspolitik unvergesslich, das die bedeutende Stärkung des Landes widerspiegelt. Durch die Kriege des "Ritterkönigs? haben sich die südlichen Grenzen des Landes bis Bulgarien erstreckt, die neuen rumänischen Fürstentümer (Moldau und Walachei) Lehnseid abgelegt, und Venedig hat Dalmatien überlassen. Ungarn wurde zur mitteleuropäischen Weltmacht und es konnte diesen Status bis 1490, bis zum Tod des Königs Matthias beibehalten. Der kulturelle Aufschwung, die Gründung der ersten ungarischen Universität (Pécs, 1372) sind auch die Beweise dafür, dass das Ungarn des Anjou-Hauses während der Krise in West-Europa seine Blütezeit lebte. 
Der König Ludwig ist ohne einen Thronerben gestorben, und das Land kam erst nach einer langjährigen Anarchie wieder durch seinen Schwiegersohn, Sigismund von Luxemburg (1387-1437) zur festen Herrschaft, den die Baronliga nicht uneigennützig zur Erbschaft geholfen hat. Sigismund sollte für die Unterstützung der Magnaten mit einem bedeutenden Teil des königlichen Grundbesitzes zahlen. Ihm dauerte es jahrzehntelang, das Ansehen der zentralen Regierung wieder herzustellen. Die Konsolidation seiner Herrschaft wurde vor allem durch sein internationales Ansehen begründet. Im Jahr 1410 wurde er zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Er hat sehr viel für den Wiederaufbau des Friedens und der Einheit des Reiches getan, aber er schien der Gefahr der Türken machtlos zu sein, die die ungarische Geschichte in den nächsten drei Jahrhunderten markanter bestimmte. 
Die osmanischen Truppen sind von der Richtung des Balkans durch das Marmarameer im Jahr 1354 in Europa ans Ufer gekommen und innerhalb von ein paar Jahrzehnten haben sie Serbien, Bosnien, Albanien, die rumänischen Fürsten unterjocht und sie sind unaufhaltsam in die Mitte Europas gedrungen. Der Kreuzzug von Sigismund hat auch eine Niederlage von den grauenhaften Eroberern im Jahr 1396 bei Nikapol erlitten. Die Türken haben schon direkt Ungarn bedroht. 
Das Unterjochen des Landes hat János Hunyadi, der legendäre Heerführer verhindert. János Hunyadi stammte aus einer siebenbürgischen kleinadeligen Familie und dank seiner ausgezeichneten Fähigkeiten als Heerführer wurde er einer der größten Magnaten des Landes bis Ende seines Lebens. Von dem Einkommen seiner für seine Erfolge als Soldat erhaltenen Grundbesitze hat er Heere aufgestellt, in denen alle Völker des Balkans, denen die Türken gedroht haben, mitgekämpft haben. Die Schlacht bei Nándorfehérvár (Belgrad) im Jahr 1456 hat das ganze Europa gespannt erwartet und nach dem Sieg wurden in dem ganzen Kontinent Danksagungen gehalten. Durch seine Siegeszüge, die János Hunyadi, der "Türkenbezwinger? fast zwanzig Jahre geführt hat, wurde die Ausbreitung des Osmanischen Reiches um ein Jahrhundert verschoben. 
Der legendäre Heerführer ist an der Spitze seines Triumphes, nach dem Sieg bei Nándorfehérvár an der in seinem Lager ausgebrochenen Pest gestorben. Die Familie hat noch ein ausgezeichnetes Talent der ungarischen Geschichte gegeben: seinen Sohn, Matthias Hunyadi (Corvin) , der als zehnjähriges, dank dem Ansehen seines Vaters im Jahr 1458 zum König gewählt wurde und der einer der größten Herrscher des mittelalterlichen Ungarns wurde. 
Der König Matthias hat durch die festen Einnahmen, die ausgebildeten Beamten mit seiner persönlichen Kontrolle, das starke, zuverlässige Söldnerarmee ("Schwarzes Heer?) eine starke, zentralisierte Monarchie zu Stande gebracht, an deren Spitze er Mähren, Schlesien, mit Wien zusammen einen bedeutenden Teil von Österreich erobert hat. Der "gerechte Matthias? aus den Volksmärchen hat einen der prunkvollsten Höfe der Renaissance des damaligen Europas in Buda und in dem an der Donau liegenden Visegrád mit einer wunderbaren Lage gehalten. Seine Bibliothek ("Corviniana") war eine der wichtigsten Sammlungen in Europa, er hat Künstler und Wissenschaftler eingeladen. Er hat gegen die Türken keine größeren Feldzüge geführt, er wollte nur den durch seinen Vater erreichten Status an der südlichen Grenze des Landes sichern. Er richtete seine Aufmerksamkeit eher in die Richtung Westen und Norden: sein dynastisches Ziel war ein starkes "Reich an der Donau zu Stande zu bringen, das ein entsprechender Gegner dem Omanischen Reich gegenüber hätte sein können. 
Der Untergang des mittelalterlichen Ungarns und die Eroberung der Türken (1490-1526) 
Matthias ist unerwartet, ohne einen Thronerben im Jahr 1940 gestorben. Die ihm folgenden unentschlossenen Herrscher aus dem Jagiello-Haus haben das Wohlwollen der Magnaten hemmungsloser gekauft. Die internationale Rolle Ungarns ist rasant gesunken, seine politische Stärke wurde erschüttert, die gesellschaftliche Entwicklung ist stecken geblieben. Die Eroberungen von Matthias (Mähren, Schlesien, ein Teil von Österreich) sind verloren gegangen. 
Die ständigen Bürgerkriege und die Ungesetzlichkeiten der feudalen Anarchie haben schwere Last den Bauern gebracht. Ihre Verbitterung führte im Jahr 1514 zu einem Bauernkrieg, der in die Reihe der ostmittel-europäischen Bewegungen gehört, die von den Hussiten-Aufständen und bis zu dem deutschen Bauernkrig im Jahr 1525 reichten. Den von dem György Dózsa geführte Aufstand haben die Großgrundbesitzer blutig niedergeschlagen. Das Land befand sich in einem Zustand der völligen Zerteilung und der Uneinigkeit, als sich das Osmanische Reich seinen Höhepunkt erreicht auf einen neuen Feldzug gegen Europa vorbereitete und an der südlichen Grenze des Landes stand. 
Zu dem befürchteten Ereignis kam es im Jahr 1526 in der Schlacht bei Mohács. Das türkische Heer mit 70-80 000 Soldaten, das der Sulejman I. der Große (1520-1566) persönlich geführt hat, ist am 29. August auf dem Schlachtfeld angekommen. Das ungarische Heer hatte es vergeblich dem dreifachen militärischen Übergewicht gegenüber versucht: innerhalb von anderthalb Stunden sind die Größten der Infanterie und der ungarischen Führer gestorben. Der ungarische König, Ludwig II. (1516-1526) ist auf der Flucht in dem angeschwollenen Bach Csele ertrunken. Der Sultan marschierte in zwei Wochen in Buda, in die Hauptstadt des Landes ein.

Das dreigeteilte Land (1526-1686) 
Das Land wurde nach der Niederlage bei Mohács in drei Teile zerrissen: das mittlere Gebiet, das sog. Eroberungs- gebiet zwischen Pécs und Szeged im Süden bis Esztergom im Norden wurde von den Türken besetzt; die Komitate im Westen und im Norden, das sog. königliche Ungarn wurde von dem ungarischen König, Ferdinand Habsburg regiert; östlich der Theiß entstand dann praktisch ein neues Land, der Fürstentum Siebenbürgen. 
Da sich die Eroberung der Türken in der Mitte des Landes gefestigt hat, stand Ungarn praktisch zwischen zwei Kulturen, der christlichen und der muslimischen. Die Grenzen des besetzten mittleren Landes haben sich immer geändert, weil die Kämpfe für eine Burg oder die Wiedereroberung deren mit kleineren und größeren Unterbrechungen 150 Jahre gedauert haben. Die Kriege haben eine grauenhafte Verwüstung sowohl in der Kulturebe, als auch in der Wirtschaft und im Menschenleben angerichtet. Nicht nur die Generationen von ungarischen Soldaten sind gestorben, sondern die Türken haben auch einen großen Teil der Bevölkerung als Sklaven aus dem Land verjagt. In den früher reichsten Gebieten (in der heutigen Woiwodschaft und in der Mitte des Landes) ist kein einziger Stein- oder Ziegelbau stehen geblieben. Durch die methodische Verwüstung hat sich die mittelalterliche Siedlungsstruktur verändert und dadurch hat sich auch das Ethnikum der Bevölkerung geändert. Im Ungarn von König Matthias haben noch 4 Millionen gelebt - wie in dem damaligen England. In den nächsten zwei Jahrhunderten hat sich die Bevölkerungszahl in Europa verdoppelt, aber in Ungarn haben am Ende des XVII. Jahrhunderts nur 3 Millionen gelebt. Zur vernichtenden ungarischen Bevölkerung, die auf Gebieten mit dem wechselvollsten Schicksal gelebt haben, sind vor den Türken geflüchtete Volksgruppen aus dem Balkan in großer Zahl gekommen. Nach der Vertreibung der Türken sind Slowaken und später durch Ansiedlungen Deutsche, Serben und Rumänen gekommen. 
Die Magnaten des sog. königlichen Ungarns haben nach der tragischen Schlacht bei Mohács Habsburg Ferdinand Habsburg auf den Thron erhoben, und dadurch seine Erbschaftsansprüche anerkannt. Ihre Entscheidung wurde durch die Erkennung in großem Maße beeinflusst, dass sie dem türkischen Weltreich gegenüber Unterstützung brauchen, die sie von der in der europäischen Weltmacht-Politik immer größere Rolle habenden habsburgischen Monarchie hofften zu erhalten. Ihre Rechnung ging auf, da die auch von den Türken bedrohten Habsburgen an der Befreiung von Ungarn interessiert waren, hat deshalb die Schatzkammer von den Geldern, die aus anderen Ländern der Habsburger stammten, ständig riesige Summen für die Instandhaltung von etwa 100 Burgen in den Gebieten des königlichen Ungarns und für die Versorgung ihrer Verteidiger ausgegeben. Wiederum haben die Ungarn oft vergeblich auf die versprochene Unterstützung des Kaisers zu ihren blutigen Schlachten erwartet, da die Unterstützung nicht nach den Interessen von Ungarn, sondern nach den Weltmachtinteressen von den Habsburgen angekommen war. 
Das friedliche Verhältnis zwischen dem König und seiner Bevölkerung wurde auch dadurch erleichtert, dass selbst die Habsburger den Türken gegenüber auf die Ungarn angewiesen waren, deshalb haben sie die ungarische Verfassung respektiert. Das ungarische Verwaltungssystem ist fast im Ganze unverändert geblieben, vom Parlament bis zu den Komitaten. Die hohen Würden haben ungarische Magnaten ausgeübt, die in ihren Burgen oft einen fürstlichen Hof gehabt haben. Die weit in Wien residierenden königlichen Ämter haben in die inneren Angelegenheiten kaum eingemischt, die ungarischen Magnaten haben es ihren Gewohnheiten entsprechend regieren können. 
Siebenbürgen, das Gebiet im Osten des dreigeteilten Landes hat für die in die Richtung Wien ziehenden Türken zum Gebiet gehört, wo die Leute die Besteuerung und die direkte Kontrolle satt bekommen haben. So konnte aus dem östlichen Gebier Ungarns das Fürstentum Siebenbürgen, der in seinen auswärtigen Angelegenheiten vom Sultan abhängig war, aber in seinen inneren Angelegenheiten nicht, zu Stande kommen. Siebenbürgen wurde langsam so stark, dass einige seine ausgezeichnet begabten Fürsten eher souveräne europäische Herrscher zu sein scheinen, als Statthalter des Sultans. 
Der Fürstentum Siebenbürgen ist zwischen den zwei Großmächten, dem Habsburgischen und dem Osmanischen Reich zum Balancieren gezwungen. Dem momentanen Befehl des Überlebens, aber zeitweise wahrscheinlich auch eigennützigen Interessen gehorchend haben die Herren von Siebenbürgen die Verbündeten oft gewechselt. Die Politik der hervorragenden Fürsten, István Báthory, Gábor Bethlen und György Rákóczi I. wurde immer davon geleitet, dass sie die Türken durch den Zusammenschluss der Gebiete des Landes im Westen und Osten vertreiben und das Land wieder vereinigen und dadurch dem übertriebenen Einfluss der Habsburger später auch widerstehen. 
Durch die Teilung des Landes und die Eroberung der Türken wurden die wirtschaftliche und gesellschaftliche Struktur des Landes umstrukturiert. Während der ständigen Kämpfe wurde die Viehhaltung im Freien die fat einzige profitable Tätigkeit, da die Rinder - bei Bedarf - auf freien Füßen sicher gestellt werden konnten und zur Viehhaltung nur fette Weiden, öde Heiden notwendig waren, an denen es dank den ständigen Kämpfen nicht mangelte. In den 1580er Jahren war Ungarn der größte Fleischexporteur in der Welt. Langfristig hatte aber der profitable Rinderexport eine negative Wirkung auf die Wirtschaft ausgeübt, da dadurch sich die schon früher charakteristische einseitige Entwicklung der ungarischen Wirtschaft, der Rückstand in der Industrie stagniert hat. Der Adel und die reichen Bürger sind nach Siebenbürgen oder in das königliche Ungarn geflohen und die Bauern in den abgebrannten Gebieten sind in den im christlichen Besitz gebliebenen Burgen Soldaten geworden. Für die ganze Epoche und deren alle Ebenen ist der ständige Ortwechsel charakteristisch, der mit den Kämpfen, mit der Flucht und mit dem Handel verbunden war. Dieser Ortwechsel hat in der Bevölkerung des Landes das Bewusstsein der Landeseinheit und die Widerstandsintensität den Türken gegenüber aufrechterhalten. 
Vermutlich ist es dem wichtigsten Gedanken über die Einheit gegen die Türken zu danken, dass die Religionskämpfe der Reformation und der Gegenreformation, die in den Ländern von West-Europa so viele Opfer forderten, in Ungarn friedlich abgelaufen sind, obwohl die neuen Ideen alle gesellschaftlichen Schichten bewogen haben. Die Religionsstreite haben statt Verwüstung eher durch einen großen Schwung zur Entwicklung der ungarischen Kultur und der Schriftlichkeit der ungarischen Sprache beigetragen. Im Jahr 1571 hat das Parlament in Siebenbürgen, allen anderen europäischen Ländern vorausgegangen. das Gesetz über die freie Ausübung der katholischen, der reformierten (kalvinistischen), der evangelischen (lutheranischen) und der unitarischen Religionen verabschiedet. 
Schon in den 1600er Jahren wurde es eindeutig, dass der Osmanische Reich nicht mehr fähig ist, seine Gebiete in Europa zu steigen, aber er hat am Ende des Jahrhunderts immer noch eine Macht vertreten, deren Vertreibung aus Ungarn nur durch einen europäischen Zusammenschluss verwirklicht werden konnte. Die Ereignisse wurden durch den erfolgslosen Angriff der Türken auf die Wiener Burg im Jahr 1683 beschleunigt. Danach haben der Habsburgerreich, Polen und Venedig auf die Initiative des Papstes Ince XI. die Heilige Liga gegründet, die später durch weitere Länder ergänzt wurde und sie haben im Jahr 1686 Buda von der 145 jährigen Türkenherrschaft befreit. Die Verbündeten sind danach nicht mehr stehen geblieben. Die größten europäischen Heerführer: durch die Führung vom Herzog von Lotharingen Karl, vom Kurfürst in Bayern Emanuel Miksa und vom Herzog Jenő Savoyai wurde bis Ende des Jahrhunderts das ganze Ungarn von den Türken befreit. 
Die Tatsache, dass bei der endgültigen Vertreibung der Türken die entscheidende Rolle die Kaiserlichen gespielt haben, wurde das schon seit Langem eindeutige absolutistische Bestreben des Wiener Hofs stärker. Der triumphale Kaiser hat die befreiten Landesgebiete wie eroberte Länder behandelt. Er hat beim Parlament erreicht, dass die Ungarn auf die seit der Goldenen Bulle garantierten Rechte verzichteten: auf die freie Königswahl und auf die Rechte des Widerstandes dem König gegenüber. Der Kaiser hat die zurückeroberten Gebiete von den Rechten der früheren Besitzer abgesehen unter seinen Anhängern verteilt und er hat die Kosten der Befreiung das verwüstete Land in Form von Kriegssteuer nachträglich zahlen lassen.

Ungarn und Habsburger Dynastie
Mit der Verstärkung der Habsburger Dynastie waren die Ungarn im 17. Jahrhundert immer mehr dazu gezwungen, dass sie ihre Rechte nicht nur den Türken, sondern auch den Habsburgern gegenüber zur Vergeltung bringen. Nach der Vertreibung der Türken löste die kaiserliche Gewalt größere Unruhen aus und führte im Jahr 1703 zu den Freiheitskämpfen, die acht Jahre dauerten. Der Führer der Freiheitskämpfe war Ferenc Rákóczi II., Fürst von Siebenbürgen, der mit Reformen und Religionspolitik dem Land helfen wollte. Nach den anfänglichen Erfolgen kam es aber zur Niederlage und er sollte mit den Kuruzen ins Exil. Eins erreichte er aber: die Freiheitskämpfe machten es den Habsburger auch klar, dass sowohl die monolithische Machtpolitik, als auch die völlige Unabhängigkeit Ungarns aussichtslos ist. Die Gesetze von 1714-15 sicherten die Unabhängigkeit Ungarns und die alten Privilegs des Adels. 
Die Ruhe der nächsten Jahrzehnte, die Entwicklung der Technik und die Agrarkonjunktur führten zur Zufriedenheit der Ungarn. Dies hat Ungarn dazu veranlasst, dass es den Habsburger Reich in Schutz nahm, als Maria-Theresia (1740- 1780) im die zwei mühevollen Kriege (Schlesischer Krieg und Siebenjähriger Krieg) führte und sie bat um Hilfe. 
Maria-Theresia und sein Sohn Joseph II. (1780-1790) zählten zu den markantesten Vertretern des Absolutismus. Sie versuchten den Habsburger Reich mit Hilfe einer moderner Verwaltung, einer auch auf der wissenschaftlichen Forschung basierenden Wirtschaftspolitik, einer humaner Gesellschaftspolitik - während Joseph II. mit Hilfe von antiklerikalischen Maßnahmen - zu modernisieren und zu stärken. In diesem Sinne ließ sie ab den 1760er Jahren die Landtage außer Acht und sie gab ihre Wirtschafts- und Gesellschaftsreformen durch Verordnungen aus wie z.B. die Regelung über die Fron und über das Schulwesen. Der radikalere Joseph II. fing mit der Auflösung der Klöster, dem Entzug der Zensur an. Sein Toleranzdelikt ermöglichte, dass nicht nur die römischen Katholiken ein Amt ausüben konnten. Diese Verordnungen führten zum Widerstand der Katholiken, die Steuerreform löste den Widerstand des Adels aus. Die Zentralisierung der Verwaltung und die Einführung der deutschen Sprache als Amtssprache machten ihn unter seinen Anhängern, den ungarischen Reformern auch unbeliebt. 
Der seinen Basis verlorene Kaiser zog die Mehrheit seiner Reformen an seinem Todesbett zurück. Der reformierte Adel versuchte in dem neuen Landtag einige Reformen durchzusetzen, die auch mit dem Nationalbewusstsein in Einklang gebracht werden konnten. Die Habsburger Dynastie gab aber wegen der französischen Revolution ihre Bestrebungen auf und versuchte die Position zu halten. 

Entwicklung des Bürgertums, Reform und Revolution (1790-1849)
Die Unabhängigkeit und die Modernisierung - mit den Worten der damaligen Zeit "Land und Entwicklung? ("haza és haladás?) - beschäftigte immer mehr die ostmittel-europäischen Nationen. Die Wende des 19.Jahrhunderts brachte für Ungarn im Vergleich zu den anderen Völkern der Region auch den Anspruch auf eine neue Struktur die durch wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Reformen verwirklicht werden konnte. Der große Unterschied zwischen der Entwicklung in der Agrargesellschaft und der konservativen Regierung machte auf die Prinzipien der Marktwirtschaft und der liberalen Verfassung aufmerksam. 
Wie die Reformation vor allem in den Schlössern von Adeligen und in den Kurien von Kleinadeligen willkommen war, so bildete die Basis des Liberalismus auch die Adeligen, die ihre Einkommen durch Zivilberufe ergänzte, über ein klares politisches Selbstbewusstsein und Traditionen verfügte. Der größte Vertreter des ungarischen Liberalismus, der den englischen Idealen folgte, Graf István Széchenyi (1791-1860) erkannte, dass der Hauptgrund für Ungarns unentwickelten Zustand nicht die Abhängigkeit von Wien ist, sondern das feudalistische System. Durch seine Werke und seine Modernisierungstätigkeit trug sie zur Veränderung der Anschauung beigetragen. Er spendete auch viel aus seinem Privateigentum für viele öffentliche Zwecke. Mit seinem Namen ist die Gründung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (1825), die Regulierung der ungarischen Flüsse, die Schaffung der Bedingungen der Dampfschifffahrt und Eisenbahn, der Bau der Kettenbrücke zwischen Buda und Pest. Lajos Kossuth nannte Széchenyi, seinen Diskussionspartner in der Politik mit Recht "den größten Magyar?. 
Lajos Kossuth, der zweitgrößte ungarische Politiker der Reformzeit, vertrat eine noch radikalere Richtung und er appellierte auf eine breite Öffentlichkeit. Er war der Chefredakteur der Pester Zeitung (seit 1841). Er betonte, dass die einzige Lösung für die gesellschaftlichen Probleme die Bauernbefreiung ist. In den Landtagen zwischen 1832 und 1848 erreichte die Opposition wichtige Ziele, und die im Jahr 1847 formal gegründete Partei der Opposition setzte sich zum Ziel, sich von Wien loszulösen, die feudalen Privilegien abzuschaffen und eine Volksvertretung einzurichten. Unter diesen politischen Umständen erreichte Ungarn die europäische Revolution. 
Im Landtag von Pressburg im März 1848 setzte die Opposition auf Grund der Revolution in Palermo, aber vor allem der in Paris den Wiener Hof immer mehr unter Druck, um die Reformen zu akzeptieren. Die Nachricht über die Wiener Revolution führte zum Ausbruch der Pester Revolution am 15. März 1848. Der größte ungarische Dichter, Sándor Petőfi ließ mit seiner Märzjugend die Forderungen des Reformprogramms in 12 Punkten drucken. Wien zog sich zurück und begann Verhandlungen über die Verfassung mit der Delegation, die Kossuth leitete. 
Auf Grund der Verhandlungsergebnisse, der sog. "Gesetze von April? wurde die Steuerfreiheit des Adels abgeschafft, wurden die Bauern befreit und wurde die Gleichheit vor Gesetz ausgesprochen, wurden die bürgerlichen Rechte eingesetzt. Ungarn und Siebenbürgen bekam eine gemeinsame Regierung mit der Leitung des Grafen Lajos Batthyány, mit dem Regierungssitz in Pest-Buda. Das Land erreichte die möglichst volle Unabhängigkeit und mit dem Habsburger Reich war es nur durch den Namen des Kaisers verbunden. 
Nachdem die revolutionären Unruhen in Wien aufgehalten waren, zog Wien in den Krieg im September 1848 gegen das aufständische Ungarn. Die Ungarn waren gezwungen, ihre Rechte, die sie ohne blutige Revolution erkämpften, durch einen Freiheitskampf zu bewahren. 
Der ungarische Freiheitskampf dauerte fast ein Jahr mit mehr oder weniger Erfolg. Der österreichisch-russischen Koalition, die Kaiser Franz Joseph I. und der russische Zar Nikolaus schlossen, ist es gelungen, Ungarn zu schlagen. Am 13. August 1849 kam es zum endgültigen Sieg über die revolutionären Truppen.

Neoabsolutismus und die glücklichen Friedenszeiten (1849-1914)
Als Folge der Niederlage wurden fast 150 Menschen hingerichtet, Tausende wurden ins Gefängnis gesteckt und Ungarn verlor den eigenen Status. Ungarn wurde von dem bürokratischen Habsburger-Reich abhängig. Das Land blieb weiterhin von einem landwirtschaftlichen und hierarchischen Charakter geprägt. Die ungarische Politik, die sog. "passive Gegner" versuchten durch die Ablehnung von verschiedenen Beamtenpositionen das Funktionieren des Habsburger-Reiches zu verhindern. 
Bis zur Mitte der 1860er Jahre war der Habsburger Reich durch die unerfolgreiche Kämpfe international isoliert und die Schatzkammer wurden auch ausgeschöpft, zur gleichen Zeit brachte der passive Widerstand für die Bürger existenzielle Probleme mit. Die Zeit zum Kompromiss war angekommen. Auf Initiative von Ferenc Deák, "der Weisen des Landes" begannen die Verhandlungen über den Ausgleich. Auf Grund des Ausgleichs wurde das österreichische Kaisertum in eine Österreichisch-Ungarische Monarchie überführt. Die zwei gleichberechtigten selbstständigen Staatsgebilde erhielten die Souveränität. Ihre Parlamente verabschiedeten selbst die Gesetze. Franz Joseph I. sanktionierte die Gesetze als Kaiser in Wien und als König in Budapest. Auswärtige und militärische Angelegenheiten wurden in gemeinsamen Ressorts entschieden, und es gab ebenso ein gemeinsames Finanzministerium. Der Ausgleich bedeutete sowohl für die Ungarn als auch für die Österreicher der Rückkehr zur Verfassung und zu den Reformen des Jahres 1848. 
Das nächste fast halbe Jahrhundert brachte für Ungarn den wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung sowie die politische Stabilität mit. Fast ein halbes Jahrhundert funktionierte das erste moderne parlamentarische Wahlsystem, mit beschränktem Wahlrecht im konservativen Rahmen. Es konnte immer weniger mit den Anforderungen der Gesellschaft Schritt halten und es konnte die Forderungen der Minderheiten nicht entsprechend erfüllen. Da die Minderheiten ihre Forderungen nicht durchsetzen konnten, versuchten sie das System zu zerstören. Sie hatten dazu die Chance, da die Gründung der Balkanstaaten auf die südslawische und rumänische Bevölkerung eine Wirkung ausübte, der unterdrückte Ruf nach Freiheit. 
Die politische Krise um die Jahrhundertwende war wegen des steigenden Wohlstandes nicht zu bemerken, da diesen Wohlstand auch die Bürger außer dem Politikleben miterleben konnten. Das Ungarn der glücklichen Friedenszeiten wurde durch die industrielle Revolution aus einem Agrarland zu einem Agrar-Industrie-Land. Das Inlandsprodukt stieg auf das Dreifache, die Stadtbevölkerung wuchs von der Gesamtbevölkerung von 10 Prozent auf ein Drittel und das Land verfügte über eine moderne Infrastruktur und eine blühende bürgerliche Kultur. Budapest wurde ein Metropolis und im Jahr 1896 wurde eine Ausstellung zum Millenniums der Landnahme veranstalte, wo auch diese Ereignisse dokumentiert wurden.

Vom Krieg in den Krieg (1914-1945) 
Der Prosperität hat der I. Weltkrieg ein Ende gesetzt. Die Nationalpolitik der Habsburg-Monarchie wurde ein Trumpf für die Rivalen, die Ententemächte, die für die Emigrierten des Nationalrates Flucht gewährt haben und als Alliierte anerkannt haben. Dies bedeutete der deutsch- österreichisch-ungarische Militärzusammenbruch und brachte Ungarn in Gefahr. Rumänien verlangte Siebenbürgen, der Balkan das Südungarn und die Tschechoslowakei das Oberungarn. 
Unter diesen kritischen Umständen ist im Oktober 1918 in Budapest eine Revolution ausgebrochen. Da wurde die Ungarische Republik ausgerufen, deren Präsident Graf Mihály Károly, der Ententefreund wurde. Die Kriegsverluste, die Rezession der Wirtschaft und der Angriff der sog. "Kleinententen? konnte die Gesellschaftsreform nicht ausgleichen. Die Unzufriedenheit wurde durch die aus den Gefangenenlagern aus der Sowjetunion Heimkehrenden, die Ausbildung der bolschewischen Agitatoren noch größer. Nachdem die Károly-Regierung in eine unmögliche Situation geriet, tritt die Regierung im März 1919 zurück und wird die Räterepublik (Präsident Béla Kun) deklariert. Diese Regierung versuchte während ihrer dreimonatigen Regierungszeit das Sozialprogramm durch Verstaatlichung und Terror zu verwirklichen und sie hat auch Kämpfe für die Gebiete Ungarns fortgesetzt. Zum Scheitern dieser Republik hat nicht die Gegenrevolution mit der Leitung von Miklós Horthy beigetragen, sondern die Intervention von Tschechien und Rumänien. 
Nach der kurzen rumänischen Besetzung, nach dem weißen Terror, der dem roten Terror folgte, wurden Wahlen gehalten und auf Grund der Wahlergebnisse wurde eine Nationalversammlung einberufen. Sie hat förmlich das Königreich aufgerichtet und hat Miklós Horthy zum Reichsverweser gewählt. Das neue Regime hat im Juni 1920 den Friedensvertrag von Versailles-Trianon unterzeichnet, laut dessen Ungarn zwei Drittel seiner seines Territoriums verloren hat. 
Das Ungarn der Monarchie (mit seinen Minderheitenproblemen und seinem politischen Konservatismus) war schon Vergangenheit, aber die neue Ordnung laut Friedensvertrags konnte für die ethnischen Probleme der Region keine Lösung finden. Während dessen die früher gut funktionierende wirtschaftliche und kulturelle Einheit zerstört wurde, die auch bei den europäischen Mächten bezüglich des Gleichgewichts eine wichtige Rolle spielte. 
Das Billigkeitsprinzip über die nationale Selbstbestimmung des Friedensvertrags von Trianon wurde eindeutig auf Lasten von Ungarn verwendet: Ungarn hat zwei Drittel seines Territoriums und mehr als die Hälfte seiner Bevölkerung verloren. Im Vergleich zu den neuen Nachbarstaaten wurde Ungarn ein Nationalstaat, während dessen ein Drittel der ungarischen Bevölkerung, mehr als drei Millionen Ungarn wurden zur Minderheit in den Nachfolgestaaten. All dies hat nicht nur die schlechten Wirtschaftsaussichten des Landes, sondern auch die politische Zukunft bestimmt: zwischen den zwei Weltkriegen konnte keiner auf den Anspruch an die Revision verzichten. 
Die konservativen Reformen des Horthy-Regimes haben für die Modernisierung der Gesellschaft wenig getan. Dank aber einigen hervorragenden Politikern wie Pál Teleki und István Bethlen, konnte eine Konsolidation in der Innenpolitik, einen kleinen Wirtschaftsaufschwung, sogar eine Öffnung in der Außenpolitik und die Hoffnung auf eine friedliche Revision erreicht werden. Die Weltwirtschaftskrise am Anfang der 1930er Jahre brachte aber Ungarn zu Fall. Durch die Rezession wurde der Prozess beendet, den der Friedensvertrag angefangen hat, die Verteilung der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Einheit in dem Donau-Tal: durch die nationale Verschließung konnten die Radikalen größere Rolle spielen und so konnten die an der Region interessierten Mächte vorankommen Ungarn hat Trianon für die schwierige Situation verantwortlich gemacht, d.h. die engen Beziehungen Ungarns zu Deutschland und Italien. 
Durch den ersten und zweiten Wiener Schiedspruch (1938-1940) erhielt Ungarn Teile des slowakischen Gebiets und Transsylvanien zurück, aber all dies führte dazu, dass Ungarn aus dem II. Weltkrieg ausbleibt und die Beteiligung am Überfall auf Jugoslawien ablehnt. Obwohl die ungarische Regierung an dem Krieg gegen die Sowjetunion beteiligt hatte, während dessen - vor allem wegen der Verluste auf den Ostfronten, die Eliten versuchten, mit den westlichen Mächten Vereinbarungen zu schließen. Die Versuche der "sich weigernden Vasallen? gespürt, hat Deutschland Ungarn am 19. März 1944 besetzt. Nachdem die Mehrheit der ungarischen Juden in Vernichtungslager durch eine "Marionettenregierung? deportiert wurden, wurde die deutschfeindliche Opposition verhaftet, und hat freien Lauf der Regierung der faschistischen Pfeilkreuzer-Partei gegeben. Gleichzeitig marschierte die Rote Armee in Ungarn ein und bis zum April 1945 befreite das ganze Land. Das alte System und die Souveränität des Landes sind zusammengebrochen, und eine Armee stationierte in dem völlig ruinierten Land. Die Regierung hat versprochen, dass die Selbstbestimmung gesichert wird, aber die Konferenz von Jalta im Jahr 1943 hat schon entschieden, dass Ungarn mit seinen Nachbarländern zur sowjetischen Interessensphäre gehört.

Die Abarten des Sozialismus (1945-1987) 
Die ersten drei Jahre nach dem II. Weltkrieg waren die Probezeit der Demokratie des Mehrparteiensystems in dem militärisch besetzten Ungarn. An den Wahlen im Jahr 1945 hat der Sieger, die Unabhängige Kleinwirtpartei, die Partei der Bürger und der Bauern auf Wunsch der Großmächte mit den Sozialdemokraten, der Nationalen Bauernpartei und mit den Kommunisten eine Koalition geschlossen. Die Kommunisten haben mit der Führung von Mátyás Rákosi die Unterstützung der sowjetischen Truppen hemmungslos ausgenutzt. Im nationalen Zusammenschluss hat die Koalition durch den Wiederaufbau große Erfolge erreicht und durch die Bodenreform ist der jahrhundert jähriger Traum der ungarischen Bauern in Erfüllung gegangen, aber schon damals haben die Verstaatlichung der privaten Unternehmen und die Einführung einiger Elemente der stalinistischen Wirtschaft begonnen. Bis sich das Land die Erschütterung des Kriegs erholt hat, haben die Kommunisten durch die Teilung ihrer Koalitionspartner, durch politische Erpressung und durch die Nutzung der von ihnen kontrollierten politischen Polizei, durch Wahlbetrug die Rivalen aufgerieben und im Jahr 1947-48 wurden sie die einzige politische Macht. Diesen Status garantierten ihnen der "Vertrag für lebenslange Freundschaft? mit der Sowjetunion und die stalinistische Verfassung aus dem Jahr 1949. 
Die stalinistische Diktatur von Rákosi hat die Verstaatlichung zwischen 1948-1953 beendet und sie begann die Schwerindustrie in einem unsinnigen Tempo zu entwickeln. Sie hat die Bauern zur Produktablieferung gezwungen, dann wurden sie in Kolchosen geleitet und die Felder der Bauern wurden enteignet. Das System hat mehr Zehntausende "Gegner? auf dem Lande umgesiedelt oder zur Zwangsarbeit geschickt und in Schauprozessen mit falschen Anklagen wurden unschuldige Leute verurteilt. Nach dem Tod von Stalin (1953), während der Regierung von Imre Nagy hat der Terror nachgelassen und man hat angefangen, die Übergriffe aufzudecken. Die Bevölkerung des Landes konnte aufatmen, damit die allgemeine Erbitterung noch größer wird, wann die Rákosi-CliqueA zur politischen Macht zurückgekehrt ist. 
Der XX. Kongress der Kommunistischen Partei der Sowjetunion im Februar 1956 hat das Ende der harten stalinistischen Zeit suggeriert. Als Wirkung des die Möglichkeiten der Demokratie zeigenden Ereignisses ist der Widerstand gegen das totalitäre System immer stärker geworden, der am 23. Oktober 1956 zur Revolution führte. An der Spitze der revolutionären Regierung stand Imre Nagy, der durch seine Reformen im Jahr 1953 im ganzen Land bekannt wurde. Das Mehrparteiensystem wurde wieder eingeführt, Ungarn ist aus dem Wahrschauer Pakt, dem militärischen Bund des östlichen Blocks ausgetreten. Die sowjetische Regierung hat aber nach erstem Zögern für den Eingriff entschieden und am 4. November wurde durch die Intervention die Revolution blutig niedergeschlagen. Das schockierte Land haben zweihundert Tausend Flüchtlinge verlassen. Während dessen ist die Zeit der neu organisierten Kommunistischen Partei angekommen, die als Marionette der Sowjeten funktionierte und an deren Spitze János Kádár stand. Diese Epoche war durch eine die bisherige übersteigende Vergeltung charakterisiert. 
Die Revolution im Jahr 1956 hat es aber auch für die Kommunisten klar gemacht, dass man zu den Regierungsmethoden und den Zuständen der "fünfziger Jahre? nicht mehr zurückkehren kann. Es ist dessen zu danken, dass das neue Regime nach der Wiederherstellung der "Ordnung? seine Lage in den 1960er Jahren durch Amnestien und Reformen konsolidierte. Dadurch hat es für Ungarn die zweifelhafte Position "der lustigsten Baracke? unter den Ländern des sowjetischen Blocks erhalten. Neben der ruhigeren, langsamen Industrialisierung und Kollektivierung wurde die Produktion von Verbrauchergütern mehr in Betracht gezogen, was die im Jahr 1968 eingeführten Reformen, der sog. "neue Wirtschaftsmechanismus? durch die Genehmigung des größeren Freiraums der Privatunternehmen auch gefördert hat. Die Entwicklung des Lebensstandards hatte aber ihren Preis in der Politik: das Monopol der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei und die Beziehung zur Sowjetunion - also die beschränkte Souveränität des Landes - blieben weiterhin Tabus. Die flexible Zensur hat den Bereich der verbotenen geistlichen Produkte beschränkt und den Bereich der unterstützten und ertragenen geistlichen Produkte erweitert. Sie hat neben der strengen Kontrolle der "soften Diktatur? auch die westlichen Grenzen des Landes für die interessierenden Ausländer und für die Ungarn, die reisen wollten, geöffnet. 
Obwohl diese Begünstigungen - besonders im Vergleich zu den anderen Nachbarländern - das durch rohe Gewalt an die Macht gelangte Kádár- Regime zu bestimmter Legitimierung gebracht hat, dessen Schranken in den 1980er Jahren zu sehen waren. Die Reformen waren zur Wirtschaftsentwicklung ungenügend, und deshalb konnte man den Schein des Prosperierens durch ausländische Kredite, durch die Verschuldung des Landes nur schwer aufrechterhalten. Der unausgesprochene Handel wurde mehr und mehr unbegründet: die Aufgabe der politischen Rechte für den materiellen Wohlstand. Nachdem Michail Gorbatschow in Moskau die Leitung der Kommunistischen Partei übernommen hatte, hat sich auch der äußere Druck gemildert.

Übergang und Wende in Ungarn (1987-2000)
Die achtziger Jahre haben eine Chance gegeben, das Verwaltungssystem und die Wirtschaft in einem kleinen Maße zu verändern. Einerseits hat sich die Wirtschaftslenkung, die auf der Planwirtschaft basierte, seit 1968 ständig gelockert, andererseits hat sich die sowjetische Außenpolitik gemildert. Während sich die Reformkommunisten genannte Gruppe innerhalb der Partei eine von oben geführte, vorsichtige Lockerung vorstellte, haben sich in der Außenpolitik Veränderungen vollzogen. Die von Mihail Gorbatschow geführte Sowjetunion hat Ende der achtziger Jahre eingesehen: das Land ist in Krise geraten und es konnte die mittelost-europäische Macht nicht mehr beibehalten. Auf Grund der Veränderungen in der Außenpolitik haben sich die seit Jahren funktionierende Oppositionen zu Parteien organisiert und sie haben eine immer größere Öffentlichkeit bekommen. 
Die Wende und das Mehrparteiensystem 
In Ungarn wurde die Wende unter ruhigen Umständen durchgeführt. Während der Überganszeit hat die Regierung von Miklós Németh die Rolle übernommen: das Parlament hat im Jahr 1989 das Gesetz über das Recht zur Parteigründung verabschiedet, dann hat die Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei (MSZMP) im Februar das Mehrparteiensystem anerkannt. Im Mai hat man angefangen, die technische Schranke an der Grenze aufzuheben, während dessen sich die Suborganisationen der MSZMP - auch der Kommunistische Verband für Jugendliche - aufgelöst haben. 
Die Oppositionen haben die Massenbewegungen in den Jahren 1988-89 der auflebenden Zivilgesellschaft gefördert Das Ungarische Demokratische Forum (MDF) ist mit einem auf den nationalen Traditionen basierenden Programm aufgetreten und seit dem Herbst 1987 hat es öffentliche Diskussionen über die Lage des Landes organisiert. Die "demokratische Opposition?, die seit den 1980er Jahren eine illegale Zeitung ausgegeben hat, den Bund der Freien (SZDSZ) gegründet. Im Vergleich zu dem SZDSZ hat sich das freie Organ der Studenten, der Bund der Jungdemokraten (FIDESZ) als liberal bestimmt. An der Wende von 1988-89 sind die Parteien aufgelebt, die in der demokratischen Periode nach dem II. Weltkrieg führend waren: die Unabhängige Kleinlandwirtpartei (FKGP), die Christlich Demokratische Volkspartei (KDNP) und die Sozialdemokratische Partei (SZDP). Die Rahmen der friedlichen Wende wurden auf den "dreiseitigen Verhandlungen? des durch die oben genannten Organisationen im Jahr 1989 gegründeten Rundtisches der Opposition, der Massenorganisationen und der Oberhäupter bestimmt. Die Vereinbarung über die konstitutionelle Rechtsstaatlichkeit wurde im Herbst 1989 unterzeichnet und zum Gesetz erhoben. Kurz danach wurde am 23.Oktober 1989 die Ungarische Republik ausgerufen und dadurch wurde der frühere offizielle Name des Landes (Ungarische Volksrepublik) geändert. Das war das Symbol der Wende, des Zurückgewinns der Souveränität des Landes, der Wechsel von der Planwirtschaft und des Einparteisystems zur Marktwirtschaft bzw. zum Mehrparteiensystem. 

Die erste Regierungsgründung 
Die Reformer der MSZMP haben zu diesen Prozessen beigetragen, aber sie haben sich nur in der letzten Phase entschlossen, das Einparteisystem aufzulösen und eine neue Partei mit anderen linksgerichteten Partnern unter dem Namen Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) mit einem sozialdemokratischen Programm zu gründen. An der Wende von 1989-90, als es in Ungarn die ersten freien Wahlen stattgefunden haben, gab es nicht nur zwischen den Sozialisten und der ihnen gegenüber im Großen und Ganzen einheitlich auftretenden Opposition eine politische Frontlinie: es gab eindeutig eine Gliederung zwischen den Rechts- und Linksgerichteten bzw. zwischen den Christlich Demokraten und den National Liberalen Sozialisten. 
Nach den Wahlen im Jahr 1990 wurde die MDF die größte Partei und zusammen mit anderen zwei Parteien, mit der FKGP und der KDNP hat sie eine Koalition gebildet und der Parteivorsitzende der Siegerpartei, József Antall hat eine Regierung gebildet. Die Opposition bestand aus dem SZDSZ, dem FIDESZ und der MSZP. Die rechtsradikale Koalition, das einzige unter den mittelosteuropäischen Kabinetten nach der Wende, hat die vierjährige Wahlperiode durchgemacht. Der Präsident der Republik wurde Árpád Göncz, der früher wegen seiner Tätigkeit im Jahr 1956 zum Tode verurteilt wurde und für den das Parlament im Jahr 1995 wieder Vertrauen für fünf Jahre gestimmt hat. Im nächsten Sommer nach der Regierungsbildung haben die sowjetischen Truppen Ungarn verlassen. 
Privatisation in der zweiten Periode 
Am Ende der Wahlperiode, im Jahr 1994 wurde der Sieger der Wahlen die wieder zu Kräften gekommene MSZP. An der Koalition der Regierung, deren Präsident Gyula Horn wurde, hat die SZDSZ teilgenommen, der auf dem zweiten Platz an den Wahlen gelangte. 
Außer der Schwierigkeiten der Wende sollten beide Regierungen auch damit rechnen und klar kommen, dass die Mehrheit der Gesellschaft mit einem reibungsloseren Übergang gerechnet. Die Arbeitslosigkeit, die durch den Zusammenbruch der sozialistischen Wirtschaft aufgetreten ist, konnte nicht so einfach gesenkt werden: durch das stockende Programm in der ersten Wahlperiode und dann durch das radikale Programm des Finanzministers, Lajos Bokros haben die Entwicklung der Wirtschaft und die Privatisierung angefangen, aber sie haben auch neue Probleme mitgebracht. Für den immer größeren Unterschied in der Gesellschaft, das Hervortreten der regionalen Unterschiede, die Stagnation des Lebensstandards war nicht jeder durch den erfolgreichen Ausbau der Rechtsstaatlichkeit und durch die spektakulären makrowirtschaftlichen Indikatoren des im März 1995 angekündigten Stabilisierungsprogramms entschädigt. 
Öffnung in der Außenpolitik 
Trotz der Schwankung der allgemeinen Stimmung haben die radikalen Gruppen die Stabilität der Innenpolitik nicht bedroht. Die Auseinandersetzungen innerhalb der Parteien haben die Tätigkeit keiner der Regierungskoalitionen bedroht. Ein anderer Beweis der Stabilisierung des demokratischen, parlamentarischen Verwaltungssystems war, dass nach den Wahlen 1998 wieder die Opposition der früheren Wahlperiode die Regierung bilden konnte: diesmal mit der Leitung des Parteivorsitzenden der FIDESZ der Ungarischen Bürgerlichen Partei, Viktor Orbán und mit den Teilnahmen von FKGP und dem MDF. Seit dem 4. August 2000 ist Dr. Ferenc Mádl der Präsident der Ungarischen Republik. 
Ungarn wird durch die Stabilität sowohl für die Investoren, als auch für die internationale Politik ein berechenbarer Partner. Der Kapitalzustrom vom Ausland hatte in großem Maße zu den Erfolgen der Privatisierung beigetragen, und die Besuche der Prominenten der Weltpolitik bzw. die Empfangsbereitschaft haben die Öffnung der ungarischen Außenpolitik erwidert. (Diese Öffnung begann schon während der letzten Regierung vor der Wende.) 
Die Parteien, die in dem letzten Jahrzehnt miteinander auseinandergesetzt haben, haben in den Hauptzielen der Außenpolitik übereingestimmt. Demzufolge hat sich die Beziehung zu den Nachbarnländern in vieler Hinsicht verbessert, die Grundverträge und andererseits auch die Mitgliedschaft bei der regionalen Zusammenarbeit (CEFTA, Mitteleuropäische Initiative - CEI) fördern die Beziehungen. Es wurde auch Einverständnis über die Verbesserung der Lage der ungarischen Minderheit erklärt, in deren Interesse das Parlament im Sommer 2001 mit überwiegender Mehrheit das Vergünstigungsgesetz verabschiedet, das für die ungarische Minderheit Reise- und Arbeitserlaubnisvorteile sichert. Das Gesetz, wodurch die als Minderheit in den Nachbarstaaten lebenden Ungarn einen "ungarischen Ausweis? erhalten, führte mit den Nachbarstaaten und der Europäischen Union zu Spannungen und aus diesem Grund waren Gesetzesnovellen notwendig.

EU-Beitritt im Jahr 2004 
Das Vorankommens des Bestrebens nach der europäischen Integration Ungarns zeigen die folgenden: Ungarn ist Mitglied des Europarates, der OECD, Beitrittskandidat der Europäischen Union; Ungarn war im Jahr 1994 Gastgeber der Europäischen Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit über die europäische Krisenbewältigung und -Intervention und es hatte die Präsidentschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa; Ungarn hat im Rahmen der Zusammenarbeit mit der NATO zu den Friedensprozessen nach dem Balkankrieg aktiv (IFOR) beigetragen. Auf Grund dessen hat Ungarn am 12. März 1999 dem NATO angeschlossen. 
Die Europäische Kommission hat im Oktober 2002 den Bericht gebilligt, in dem der Beitritt von zehn neuen Staaten im Jahr 2004 offiziell verabschiedet wurde. Laut des Berichtes treten im Jahr 2004 Zypern, die Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Litauen, Lettland, Malta, Polen, die Slowakei und Slowenien der Europäischen Union bei. 

Staatssystem 
Die Verfassung 
In Ungarn ist die Verfassung von 1949 samt der hinzugefügten Änderungen in Kraft. Seitdem die Verfassungsänderung im Jahre 1989 ausgerufen wurde, ist Ungarn eine parlamentarische Republik. Die Republik Ungarn ist ein unabhängiger, demokratischer Rechtsstaat. 
Die Verfassung enthält 78 Paragraphen und etwa 400 Sätze. Die Kapitel: 

Allgemeines
Die Nationalversammlung
Der Präsident der Republik
Das Verfassungsgericht
Der Parlamentskommissar für staatsbürgerliche Rechte und der Parlamentskommissar für die nationalen und ethnischen Minderheiten
Der Staatliche Rechnungshof und die Ungarische Nationalbank
Die Regierung
Die Streitkräfte und die Polizei
Die kommunalen Selbstverwaltungen
Die Gerichtsverfassung
Die Anwaltschaft
Grundrechte und Grundpflichten
Grundprinzipien der Wahlen
Die Hauptstadt der Republik Ungarn und die nationalen Symbole
Schlussbestimmungen

Das Parlament
Nach den freien Wahlen hat das Parlament in den bisherigen Wahlperioden (1990-1994 und 1994-1998) Hunderte von neuen Gesetzen, Gesetzesänderungen erlassen und Parlamentsbeschlüsse gefasst, um die Institutionen und die gesetzlichen Rahmen des demokratischen Rechtsstaates und der Marktwirtschaft auszugestalten. 
Für eine Verfassungsänderung und die wichtigeren Beschlüsse bedarf es einer Zweidrittelmehrheit. 
Das ungarische Parlament tagt kontinuierlich, es gibt zwei ordentliche Sitzungsperioden, die Frühlings- und die Herbstperiode. 
Die Kontrolltätigkeit des Parlaments hat die Form von Fragen, Interpellationen und Parlamentsausschüssen. 
Die selbständigen Kontrollorgane des Parlaments: Der Staatliche Rechnungshof und der Parlamentskommissar der staatsbürgerlichen Rechte (Ombudsman). Der Rechnungshof besteht seit 1990, die Ombudsmänner gibt es seit 1995. 
Amtsträger des Parlaments: Der Präsident, die Vizepräsidenten und die Schriftführer. 
Der Hausausschuss ist ein wichtiges Organ des Parlaments. Die Mitglieder sind: Der Vorsitzende, die stellvertretenden Vorsitzenden und die Fraktionsvorsitzenden. Die ständigen Ausschüsse werden auf der konstituierenden Sitzung aufgestellt. 
Der Staatspräsident, der Ministerpräsident, die Mitglieder des Verfassungsgerichts, die Ombudsmänner, der Präsident des Obersten Gerichts und der Oberstaatsanwalt werden vom Parlament gewählt. 
Adresse: 1055 Budapest, Kossuth Lajos tér 1-3. / Postanschrift: 1357 Budapest, Pf. 2.
Telefon: 440-4000
Internet: www.mkogy.hu 

Der Präsident der Republik 
Der Präsident der Republik Ungarn wird vom Parlament, in einer geheimen Abstimmung, mit einer Zweidrittelmehrheit für fünf Jahre gewählt. Der Kandidat muss ein wahlberechtigter ungarischer Staatsbürger von mindestens 35 Jahren sein. 
Am 3. August 1990 wurde Árpád Göncz zum ersten Präsidenten der 1989 ausgerufenen Republik Ungarn gewählt. Am 19. Juni 1995 wurde er - als Kandidat der damaligen Parlamentsmehrheit - wiedergewählt. 
Nach dem Ablauf des zweiten Mandats von Árpád Göncz hat das Parlament am 6. Juni 2000 den Kandidaten der Fidesz-MPP-FKGP-MDF, Herrn Ferenc Mádl zum Präsidenten gewählt. Er hat das Amt am 6. Juni 2000 angetreten. 
Zu den Amtsbefugnissen des Präsidenten gehören: - Er unterzeichnet und verkündet die Gesetze, - kann das Parlament vertagen und auflösen, schreibt die Parlamentswahlen aus, - sollte er mit dem Gesetz nicht einverstanden sein, so kann er vor der Gesetzesunterzeichnung von einem einmaligen Vetorecht Gebrauch machen, - hat ein breites Initiativrecht, - beauftragt Parteien mit der Regierungsbildung, auf seinen Vorschlag hin wird der Ministerpräsident vom Parlament gewählt, - ernennt Minister, Staatssekretäre, Generäle, Berufsrichter, - in Einzelfällen kann er Gnadenrecht ausüben (mit Gegenzeichnung des Ministerpräsidenten). Der Präsident der Republik ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat eigene Befugnisse auch in auswärtigen Angelegenheiten. 
Amt der Präsidenten der Republik
Adresse: 1055 Budapest, Kossuth Lajos tér 1-3.
Telefon: 441-4000 

Justiz 
Die Funktion der richterlichen Gewalt besteht in der Rechtspflege. Wichtige Formen dieser Funktion sind: Strafrechtspflege, - Zivilrechtspflege, - Überprüfung der Gesetzmäßigkeit der Verwaltungsbeschlüsse. 
Die Justizorgane in der Republik Ungarn sind: Das Oberste Gericht, die Tafelgerichte, die Komitatsgerichte bzw., das Hauptstädtische Gericht, die lokalen Gerichte (hauptstädtische Bezirksgerichte). Die Gerichte sind dem Landesrechtspflegerat unterstellt. Präsident des Obersten Gerichts ist seit 1990 Dr. Pál Solt und seit 1997 ist er auch Vorsitzender des Landesrechtspflegerats. 
In der Rechtspflege wird die strafrechtliche Gewalt durch den Staatsanwalt vertreten. Oberstaatsanwalt ist seit 2000 Dr. Péter Polt.
 
Landesrechtspflegerat
Adresse: 1055 Budapest, Markó u. 16.
Telefon: 269-2600, Telefax: 269-2875
 
Oberstes Gericht
Adresse: 1055 Budapest, Markó u. 16.
Telefon: 269-2600
Internet: www.lb.hu 

Oberstaatsanwaltschaft
1055 Budapest, Markó u. 16.
Telefon: 269-2600
Internet: www.mklu.hu 

Die Kommunalverwaltungen 
Laut Gesetz Nr. LXV von 1990 wird das kommunale Selbstverwaltungsrecht der Staatsbürger in den Klein- und Großgemeinden, Städten und kreisfreien Städten sowie in der Hauptstadt und in ihren 23 Bezirken durch selbstgewählte Vertretungskörper ausgeübt, oder auch unmittelbar z.B. durch Volksbefragungen. (Zur Zeit werden sieben Verwaltungsregionen aufgestellt, um den Anforderungen der Europäischen Union gerecht zu werden. Als Grundlage dazu dient das im Jahre 1998 verabschiedete neue Regionale Entwicklungskonzept.) 
An der Spitze der Selbstverwaltungsorgane stehen Bürgermeister oder Unterbürgermeister. Durch die Vertretungskörper werden alle lokalen Angelegenheiten selbständig und unabhängig verwaltet und geregelt. Die Selbstverwaltungseinheiten haben eigene Einnahmen, können aber auch aus dem zentralen Staatshaushaltsbudget Zuschüsse erhalten und auch Verordnungen von lokaler Bedeutung erlassen. Zu ihren Verpflichtungen gehören die Sicherstellung des Grundschulunterrichts sowie die Gewährleistung der Grundversorgung im Gesundheits- und Sozialwesen, die Geltendmachung der nationalen und ethnischen Minderheitenrechte, die Ernennung von lokalen Titeln und Preisen usw. Der Bürgermeister wird unmittelbar von den Bürgern gewählt. 

Die Gesetzgebung der Republik Ungarn 
Das Parlament ist Ungarns größte Staats- und repräsentative Organ mit seinen 386 Abgeordneten. Die Abgeordneten werden für vier Jahre gewählt. Laut Verfassung der Republik Ungarn sind alle wahlberechtigt, die am Wahltage das 18. Lebensjahr vollendet haben, und am Wahltage sich im Land aufhalten. 



Das Ungarische Parlament
Fotó: MTI
Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) 
Bund freier Demokraten (SZDSZ) 
Ungarisches Demokratisches Forum (MDF) 
Ungarische Bürgerliche Partei (FIDESZ) 
(Quelle: MTI Rt., Pressedatenbank) 

Nationale Symbole 
(Über die Anwendung der nationalen Symbole wird im Gesetz LXXXIII von 1995 verfügt) 


Wappen 
Das Wappen der Republik Ungarn ist - laut Gesetz XLIV von 1990 - das sogenannte historische Kleinwappen mit der Krone. Es ist ein unten spitzer, gespaltener Schild. Die erste Hälfte ist ein durch sieben Linien unterteiltes Feld mit waagerechten roten und silbernen Streifen. Im zweiten, roten Feld steht auf drei grünen Hügeln mit goldener Krone ein silbernes Doppelkreuz. Auf dem Schild ruht die Heilige Krone Ungarns. 


Nationalflagge 
Rot-weiß-grüne Trikolore aus waagerecht verlaufenden gleichbreiten Streifen.

 
Nationalhymne
Seit dem 23. Oktober 1989 ist auch im Sinne des öffentlichen Rechts das Gedicht Hymne des Ferenc Kölcsey (1790-1838), geschrieben im Jahre 1823, die Nationalhymne. Die Musik wurde 1844 von Ferenc Erkel (1810-1893) komponiert. Aus den insgesamt acht Versen wird bei offiziellen Anlässen der erste gespielt.

Übersetzter Text der 1. Strophe: 
Segne, Herr, mit frohem Mut
Reichlich den Magyaren!
Schütz ihn gegen Feindeswut
In des Kampfs Gefahren;
Gönn nach langem Mißgeschick
Ihm ein Jahr der Freude,
Hat's bezahlt, der Zukunft Glück,
Mit vergangnem Leide! 

Das Gesetz Nr. I von 2000 behandelt das Andenken der Staatsgründung durch St. Stephan und die Heilige Krone. Die Heilige Krone, die historisch für das ungarische Königreich steht, und die dazu gehörenden Insignien (Zepter, Reichsapfel und Krönungsschwert) werden - mit Ausnahme des Krönungsmantels - seit dem 1. Januar 2001 im Parlamentsgebäude aufbewahrt. 

Nationalfeiertage 
Laut Gesetz Nr. VIII von 1991 hat Ungarn die folgenden Nationalfeiertage: 
15. März, Anfang der Revolution und des Freiheitskampfes von 1848-1849, Tag der Geburt der modernen parlamentarischen Demokratie
20. August, das Fest des Staatsgründers Stefan des Heiligen
23. Oktober, Jahrestag der Revolution und des Freiheitskampfes von 1956, Tag der Ausrufung der Republik Ungarn im Jahre 1989 
Der 20. August wurde vom Parlament zum offiziellen Staatsfeiertag erklärt. 

Das höchste Organ der Staatsmacht und die Volksvertretung Ungarns, das Einkammerparlament, zählt 386 Mitglieder. Die Abgeordneten werden für vier Jahre gewählt. Jeder, der sein achtzehntes Jahr vollendet hat ist in Ungarn laut Verfassung wählbar, und wenn er sich am Tag der Wahlen im Lande aufhält, darf er auch wählen.

Parlamentswahlen 
Nach vierzig Jahren wurden erstmals 1990 freie Parlamentswahlen abgehalten (25. März und 8. April). Dabei haben 30 Parteien Kandidaten und 12 Parteien landesweite Listen aufgestellt. Insgesamt kamen sechs Parteien ins Parlament (in Klammern stehen die jeweiligen Mandatszahlen auf der konstituierenden Sitzung vom 2. Mai 1990): 

- Ungarisches Demokratisches Forum / MDF (165 Mandate)
- Bund Freier Demokraten / SZDSZ (94)
- Unabhängige Kleinlandwirtpartei / FKGP (44)
- Ungarische Sozialistische Partei / MSZP (33)
- Bund Junger Demokraten / Fidesz (22)
- Christlich-Demokratische Volkspartei / KDNP (21)
- Unabhängige (7) 
 

Parteien
Seit 1988/89 - nach einer Einparteienherrschaft von vierzig Jahren - ist in Ungarn wieder ein Mehrparteiensystem entstanden. Dabei wurden alte Parteien wiederbelebt und auch neue gegründet. 

Die wichtigsten politischen Parteien: 
FIDESZ - UNGARISCHE BÜRGERLICHE PARTEI (Fidesz) 
Gegründet am 30. März 1988. Bis zum 29. April 1995 trug sie den Namen Bund Junger Demokraten. Seit 1990 ist sie eine Parlamentspartei und seit dem 8. Juli 1998 eine Regierungspartei. Ihre Koalitionspartner: FKGP und MDF. Parteivorsitzender: Zoltán Pokorni (seit dem 5. Mai 2001) 
Adresse: 1062 Budapest, Lendvay u. 28.
Telefon: 269-5353, Telefax: 269-5343
Internet: www.fidesz.hu 

UNGARISCHE SOZIALISTISCHE PARTEI (MSZP) 
Gegründet am 7. Oktober 1989. Seit 1990 Parlamentspartei. Zwischen 1994 und 1998 Regierungspartei mit der SZDSZ als Koalitionspartner. Vorsitzender: László Kovács ( seit dem 5. September 1998). 
Adresse: 1081 Budapest, Köztársaság tér 26.
Telefon: 210-0046, Telefax: 210-0081
Internet: www.mszp.hu
 
UNABHÄNGIGE KLEINLANDWIRTE-, LANDARBEITER- UND BÜRGERLICHE PARTEI (FKGP) 
Gegründet am 18. November 1988. Seit 1990 Parlamentspartei. Zwischen 1990 und 1994 Regierungspartei mit den Koalitionspartnern MDF und KDNP. Seit 1998 Mitglied der Koalition mit der FIDESZ und der MDF. Vorsitzender: Dr. József Torgyán (seit dem 29. Juni 1991) 
Adresse: 1056 Budapest, Belgrád rkp. 24.
Telefon: 318-0976, Telefax: 318-1824
Internet: www.fkgp.hu
 
BUND FREIER DEMOKRATEN (SZDSZ) 
Gegründet am 13. November 1988. Seit 1990 Parlamentspartei. Zwischen 1994 und 1998 Regierungspartei in Koalition mit der MSZP. Vorsitzender: Gábor Kuncze (seit dem 1. Juli 2001) 
Adresse: 1143 Budapest, Gizella út 36.
Telefon: 223-2050, Telefax: 221-0579
Internet: www.szdsz.hu 

UNGARISCHES DEMOKRATISCHES FORUM (MDF) 
Gegründet am 27. September 1987 in Lakitelek. Seit 1990 im Parlament, zwischen 1990 und 1994 Regierungspartei in gemeinsamer Koalition mit der FKGP und der KDNP, seit 1998 Mitglied in der Regierungskoalition mit der FIDESZ und der FKGP. Vorsitzender: Dr. Ibolya Dávid (seit dem 30. Januar 1999). 
Adresse: 1026 Budapest, Szilágyi Erzsébet fasor 73.
Telefon: 225-2280, Telefax: 225-2290
Internet: www.mdf.hu
 
PARTEI DER UNGARISCHEN WAHRHEIT UND DES LEBENS (MIÉP) 
Gegründet am 21. Juni 1993. Seit 1998 im Parlament. Vorsitzender: István Csurka (seit dem 1. Oktober 1994). 
Adresse: 1085 Budapest, Rökk Szilárd u. 19.
Telefon/Telefax: 317-2692
Internet: www.miep.hu 

(MTI Rt. Pressedatenbank, HUNGARY - Essential Facts, Figures-Pictures, 2001) 

Die Regierung 
Die Regierung übt die Exekutivgewalt aus - d.h. sie regiert und leitet die Verwaltung auf der obersten Ebene -, wobei der Ministerpräsident eine dominante Rolle innehat. Der Regierungschef wird vom Parlament nach dem Parlaments- mehrheitsprinzip gewählt, bei gleichzeitiger Annahme des Regierungsprogramms. Die Regierungsbildung wird durch die Ernennung der Minister und deren Vereidigung vollzogen. 
Die Etablierung der Ministerien ist Aufgabe des Parlaments, die Aufzählung der Ministerien ist in einem Gesetz enthalten. Die Ministerien werden von Ministern geleitet, die Regierungsmitglieder sind. Die leitenden Amtsträger der Ministerien sind politische Staatssekretäre und Verwaltungssekretäre. 

In Ungarn gibt es seit den letzten Wahlen vom 1998 folgende Ministerien:
Ministerium des Inneren, Gesundheitsministerium, Ministerium für Landwirtschaft und Regionale Entwicklung, Wirtschaftsministerium, Verteidigungsministerium, Ministerium für Jugend und Sport, Justizministerium, Umweltministerium, Ministerium für Verkehr und Wasserwesen, Außenministerium, Ministerium für das Nationale Kulturerbe, Unterrichtsministerium, Ministerium für Soziales und Familie. 

Nach den freien Wahlen von 1990 hat das Ungarische Demokratische Forum (MDF) mit der Unabhängigen Klein- landwirtpartei (FKGP) und der Christlich-Demokratischen Volkspartei (KDNP) eine Koalitionsregierung gebildet. József Antall, Ministerpräsident der Republik Ungarn hat bis zu seinem Tod am 12. Dezember 1993 sein Amt aus- geübt. Für den Rest der Amtsperiode hat Péter Boross die Aufgaben des Regierungschefs übernommen. 
Zwischen 1994 und 1998 hat eine Koalition der Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP) und des Bundes der Freien Demokraten (SZDSZ) das Land regiert, Gyula Horn, Vorsitzender der MSZP war der Ministerpräsident. 
Nach den Wahlen von 1998 hat die Fidesz-Ungarische Bürgerliche Partei, die FKGP und die MDF unter der Füh- rung von Viktor Orbán, dem damaligen Vorsitzenden der FIDESZ, eine Regierungskoalition gebildet. Außer dem Ministerpräsidenten besteht die 18 Mitglieder zählende Regierung aus 13 Ministern, die Ministerien leiten und aus 2 Ministern ohne Amt. Der Leiter des Kanzleramtes hat ebenfalls den Rang eines Ministers. 
Nach dem Wahl in Jahre 2002. bildete die Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) und der Bund der Freie Demo- kraten (SZDSZ) ein Koalition. Der Ministerpresident wurde Péter Medgyessy, der Kandidat der Sozialisten. Er war Finanzminister in dem Horn-Kabinet zwischen 1996 und 1998. Das Kabinet besteht aus 15 Ministerien. Neu ist in diesen Zyklus, dass eine selbststandige Ministerium für Informatik und Telekommunikation und eine Regierungsbüro für Gleichsberechtigkeit gibt. Adresse:

1055 Budapest, Kossuth Lajos tér 1-3.
Telefon: 441-4000
Internet: www.kancellaria.gov.hu/ 

Die Verfassung 
In Ungarn ist die Verfassung von 1949 samt der hinzugefügten Änderungen in Kraft. Seitdem die Verfassungsänderung im Jahre 1989 ausgerufen wurde, ist Ungarn eine parlamentarische Republik. Die Republik Ungarn ist ein unabhängiger, demokratischer Rechtsstaat. 
Die Verfassung enthält 78 Paragraphen und etwa 400 Sätze. Die Kapitel: 
Allgemeines
Die Nationalversammlung
Der Präsident der Republik
Das Verfassungsgericht
Der Parlamentskommissar für staatsbürgerliche Rechte und der Parlamentskommissar für die nationalen und ethnischen Minderheiten
Der Staatliche Rechnungshof und die Ungarische Nationalbank
Die Regierung
Die Streitkräfte und die Polizei
Die kommunalen Selbstverwaltungen
Die Gerichtsverfassung
Die Anwaltschaft
Grundrechte und Grundpflichten
Grundprinzipien der Wahlen
Die Hauptstadt der Republik Ungarn und die nationalen Symbole
Schlussbestimmungen

Verfassungsgericht 
Laut Gesetz Nr. XXXII von 1989 über die Verfassung und das Verfassungsgericht ist die Durchsetzung der Verfassungsmäßigkeit Aufgabe des Verfassungsgerichts, welches am 1. Januar 1990 seine Arbeit aufnahm. Die 11 Mitglieder werden vom Parlament, mit einer Zweidrittelmehrheit für neun Jahre gewählt. Die Verfassungsrichter sind unabhängig und unabsetzbar. Ihr Mandat dauert neun Jahre. Die Beschlüsse des Verfassungsgerichts sind für alle verbindlich. Präsidenten des Verfassungsgerichts waren: László Sólyom (von 1989 bis 1998) und János Németh (seit 1998) Adresse:

1015 Budapest, Donáti u. 35-45.
Telefon: 212-1160, Telefax: 212-1170
Internet: www.mkab.hu 

Wahlsystem 
Das Wahlgesetz Nr. XXXIV von 1989 schreibt ein Wahlsystem mit unterschiedlichen Wahlkreisen vor. 
176 Mandate können in individuellen Wahlkreisen,
152 Mandate auf zwanzig regionalen Listen (Komitate, Hauptstadt),
und 58 Mandate können auf einer landesweiten Liste erworben werden. 
Die Wahlen laufen in einem Zweistimmensystem ab: Die eine Stimme wird für den lokalen Wahlkreiskandidaten, die zweite für die regionale Parteiliste abgegeben. Um Kandidat zu werden bedarf es der Empfehlung von mindestens 750 Wählern. Jede Partei darf eine regionale Liste aufstellen, die in einem Viertel von individuellen Wahlkreisen, aber mindestens in zwei Wahlkreisen einen Kandidaten aufgestellt hat. Um eine landesweite Liste aufstellen zu dürfen bedarf es mindestens sieben regionaler Listen. 
Um in das Parlament zu gelangen, müssen die Parteien eine 5-Prozent-Hürde nehmen. Das bedeutet sie müssen 5 Prozent aller gültigen, landesweit zusammengezählten Stimmen, die auf die Parteilisten abgegeben wurden, erwerben.
 

Verwaltung
Ungarn ist auf 19 Komitate und die Hauptstadt aufgeteilt. Budapest besteht aus 23 Bezirken. Die wichtigen Verwaltungseinheiten: Hauptstadt, Komitate, Städte und Gemeinden. 
Über die neue regionale Einteilung Ungarns - den Anforderungen der Europäischen Union entsprechend - wurde durch eine Abänderung des Gesetzes XXI vom 1996 das Gesetz XCII. vom 1999 verfügt. Seitdem gibt es in Ungarn sieben Regionen für statistische- und Planungszwecke, und es sind regionale- und Komitatsräte für Raumentwicklung entstanden. 


Die Regionen in Ungarn: 

Mittelungarn (Budapest und Komitat Pest),
Mittleres Transdanubien (Komitat Fejér, Komitat Komárom-Esztergom und Komitat Veszprém),
Westliches Transdanubien (Komitat Győr - Moson - Sopron, Komitat Vas und Komitat Zala),
Südliches Transdanubien (Komitat Baranya, Komitat Somogy, Komitat Tolna),
Nordungarn (Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén, Komitat Heves, Komitat Nógrád),
Nördliche Tiefebene (Komitat Hajdú-Bihar, Komitat Jász - Nagykun - Szolnok, Komitat Szabolcs - Szatmár - Bereg)
Südliche Tiefebene (Komitat Bács - Kiskun, Komitat Békés, Komitat Csongrád).

Außer den 19 Komitaten gibt es in Ungarn 23 kreisfreie Städte. Zu dieser Kategorie gehören - außer den Komitatssitzen - die folgenden Städte: Sopron (Ödenburg), Nagykanizsa, Dunaújváros und Hódmezővásárhely. Das am 3. August 1990 verabschiedete Gesetz LXV hat zuletzt die rechtliche Stellung und die Befugnisse dieser Verwaltungseinheiten geregelt. Für die Hauptstadt und ihre 23 Bezirke gibt es ein gesondertes Gesetz. 

Flora und Fauna 

12,3 Prozent der Landesfläche werden von Wiesen und Weiden, 18,7 Prozent von Wäldern - vor allem von Laubwäldern - bedeckt. 
In Ungarn sind etwa 2.200 Pflanzenarten und 45.000 Tierarten vorzufinden. Die meisten sind mitteleuropäische Arten aber es gibt auch nord-, ost- und südeuropäische Arten. 535 Pflanzenarten und 855 Tierarten stehen unter Schutz. Alle Berg- und Erdhöhlen ( insgesamt 3600 ( stehen ebenfalls unter Schutz, 125 davon sind in einem erhöhten Maße geschützt. 
Die seltensten unter den geschützten Blumen sind: Die mediterrane Nieswurz (Helleborus Odorus), die wilde Pfingstrose (Paeonia Officinalis var. Banatica) im Hügelland vom Mecsek; das Feuerrösschen (Adonis Vernalis L.) und der Salbei (Salvia Nutans) in der Tiefebene, die ungarische Windblume (Pulsatilla Pratensis ssp. Hungarica) in der Nyírség-Gegend, usw. 
In den Wäldern Ungarns leben Rehe, Wildschweine, Hirsche und Füchse (das Großwild darf nur mit Sondergenehmigung geschossen werden). In den niederen und den landwirtschaftlichen Landflächen leben vor allem Hasen, Fasane, Rebhühner und Wachteln. Im Frühling und im Herbst ziehen riesige Vogelschwärme von Norden nach Süden, und dann wieder zurück. Zu ihnen gehören die Störche und die Schwalben, die in Afrika den Winter verbringen. 
Geschützte Vogelarten: Egretta Alba (Kleiner Balaton, Neusideler See), die Trappe (Otis Tarda) (südliche Tiefebene Kleinkumanien ( der größte Bestand Europas), der Stelzenläufer (Himantopus Himantopus), der Säbelschnäbler (Recurvirostra Avosetta) (Fehér See in der Nähe von Szeged). 
In den Flüssen und Seen gibt es viele Fische. Ihr Fang ist ebenfalls nur mit Genehmigung möglich. Der Krapfen ist heimisch. Eine Welsart (Silurus Glanis) ist der größte Fisch im Lande. Es gibt viele Hechte, Brassen und Zwerghecht Der Zander vom Plattensee ist weltberühmt. Der Aal, der Buscha und der Amur wurden aus fremden Seen übergesiedelt. Eine bedeutende Anzahl von Forellen lebt nur in den künstlichen Seen im Bükk Gebirge (Szalajka Tal)
Um Originalflora und -Fauna zu schützen hat man in Ungarn auf einer Gesamtfläche von 816.008 ha 9 Nationalparks, 38 Landschaftsschutzgebiete, 142 Naturschutzgebiete, 1 Naturdenkmal (Grundabschnitte Aggtelek-Rudabánya- Szendrő) und 1.125 von Kommunalverwaltungen geschützte Naturgebiete gegründet.

Flüsse und Seen 

Das Land wird von der Donau in der Mitte in zwei geteilt. Die Donau ist nach der Wolga der zweigtrößte Fluss Europas, der Hauptfluss Mitteleuropas. Auf seiner Gesamtlänge von 2860 Kilometern entfallen - zwischen der nordwestlichsten Spitze des Landes bis zur Südgrenze unter Mohács - 417 Kilometer auf Ungarn. (Die 140-km- Strecke von Rajka bis zur Mündung des Ipoly Flusses gilt als Grenzfluss zur Slowakei.) Bei Budapest beträgt die durchschnittliche Wasserabgabe 2000 m3/sec. 
Die Theiß ist der zweitgrößte Fluss des Landes. Die ungarische Strecke beträgt 596Kilometer. In der Tiefebene läuft die Theiß praktisch nur auf Flachlandschaften, um dann die südliche Landesgrenze zu erreichen und in Jugoslawien in die Donau zu münden. 
Die wichtigen Nebenflüsse der Donau: Dráva (Drau) an der Südgrenze, Lajta (Leithe) in der Kleinen Tiefebene, Rába (mit den Flüssen Marcal und Rábca) und Ipoly (Eipel) an der Grenze zur Slowakei, links der Donau. 
Wichtige Nebenflüsse rechts der Theiß: Bodrog, Sajó, Zagyva. Wichtige Nebenflüsse links der Theiß: Szamos, Hármas-Körös, Maros (Mieresch). 

Die wichtigen Seen 
Das Land hat insgesamt 1.200 (natürliche und künstliche) Seen. Der grösste und international bekannteste See heißt Balaton (Plattensee), grösster See Mitteleuropas, der auch als wichtiges Fremdenverkehrszentrum gilt. Länge: 72 Kilometer; Breite: zwischen 1,5 und 11 Kilometern; Fläche: 596 km²; Durchschnittstiefe: 3 m (ausgenommen bei der Enge von Tihany, wo die Wassertiefe an manchen Stellen 10(11 Meter erreichen kann). Der See wird vom Fluss Zala gespeist, überflüssige Wassermengen werden vom Sió Kanal in die Donau abgeführt. 
Der Velencer See gilt ebenfalls als beliebter Ferienort. Von einer Gesamtfläche von 26 km² ist nur eine Fläche von knapp 12 km² offener Wasserfläche. Der Rest ist mit Schilfdickicht bedeckt. Diese Gegend ist ebenfalls ein beliebter Ferienort. Der Wasserspiegel wird von Zeit zu Zeit durch künstliche Wasserzufuhr gehoben. 
Vom Neusiedler See an der österreichischen Grenze gehört nur ein Viertel, der südliche Streifen, zu Ungarn (75 km).
 

Kontakt

Botschaft der Republik Ungarn
Konsularabteilung

Unter den Linden 76,
10117 Berlin
(Eingang: Wilhelmstr. 61)
Tel: 030-203-100
Fax: 030-394-13-85; 030-229-16-66
Notruf: 0172-3233-930 (Handy)
Generalkonsulin: Erzsébet Dropkó
Konsulin: Monika Habetler
E-mail: consulate.ber@mfa.gov.hu
 

Web: www.kulugyminiszterium.hu

 

Weblinks

Quelle: Text und Bilder von Ungarische Botschaft in Berlin

Viktor Orbán Prime Minister

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