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Das Fürstentum Liechtenstein befindet sich mitten im Herzen Europas. Es liegt zwischen der Schweiz und Österreich an der klassischen Nord- Süd-Route, die vom Bodensee über Chur nach Italien führt.


Geschichte

Das Fürstentum ist hervorgegangen aus dem Erwerb der Grafschaften Schellenberg (1699) und Vaduz (1712) durch die Fürsten von Liechtenstein Kaiser Karl VI. (HRR) erhob die Grafschaften 1719 zum reichsunmittelbaren Fürstentum im Besitz und mit Namen der Fürsten von Liechtenstein. Der Name Liechtenstein stammt von der Burg Liechtenstein im Raum Mödling.

Nach dem Ende des HRR wurde das Fürstentum Liechtenstein ab 1806 als souveräner Staat in den Rheinbund aufgenommen und ab 1815 Mitglied im Deutschen Bund. Nach dessen Auflösung 1866 blieb es ein unabhängiger deutscher Staat. Bis zum 1. Weltkrieg war Liechtenstein über ein Zweckbündnis stark mit dem Kaiserreich Österreich - Ungarn verbunden. Nach dessen Auflösung und Aufteilung in mehrere Einzelstaaten verbündete sich Liechtenstein mit der Schweiz, übernahm deren Währung, den Schweizer Franken und ging eine Zollunion ein. Vom 2. Weltkrieg blieb es -wie die Schweiz- wegen seiner politischen Neutralität verschont. Liechtenstein erlebte danach, begünstigt durch niedrige Steuern und die Neutralitätspolitik, einen wirtschaftlichen Aufschwung.

2003 trat nach heftigen Kontroversen eine vom Volk bestätigte neue Verfassung in Kraft. Am 15. August 2004 hat der Fürst Hans-Adam II. seinen Sohn und Erbprinz Alois von Liechtenstein zu seinem Stellvertreter ernannt und ihn mit der Ausübung der dem Fürsten zustehenden Hoheitsrechte betraut.

Der Fürstentitel geht allerdings erst nach dem Ableben des Vaters auf den Sohn über.

Politik

Staatsaufbau
„Das Fürstentum ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage; die Staatsgewalt ist im Fürsten und im Volke verankert ...", besagt Artikel 2 der liechtensteinischen Verfassung.

Der Staatsaufbau ist durch den Dualismus von Fürst und Volk charakterisiert. Es dominiert weder das monarchische noch das demokratische Prinzip. Fürst und Volk stehen auf gleicher Stufe nebeneinander.

Die Regierung
Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein beruht auf dem Kollegialitätsprinzip. Sie besteht aus dem Regierungschef und vier Regierungsräten. Sie werden auf Vorschlag vom Landtag durch den Landesfürsten ernannt. Alle wichtigen Angelegenheiten unterliegen der Beratung und Beschlussfassung der Kollegialregierung. Innerhalb der Regierung werden die Geschäfte nach Ressorts aufgeteilt.

Das 1905 fertig gestellte Regie- rungsgebäude in Vaduz ist Sitz
von Regierung und Parlament.
©
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Der Regierungschef ist Vorsitzender des Kollegiums, unterzeichnet die beschlossenen Erlasse und Verfügungen, vollzieht sie und überwacht den Geschäftsgang. Es steht ihm wie den übrigen Regierungsmitgliedern nur eine Stimme zu. Seine Befugnisse steigern sich aber gegenüber den Regierungsräten durch die ihm übertragene Kontrolle der Gesetzmässigkeit der Kollegialbeschlüsse, durch das Vortragsrecht beim Landesfürsten und durch das Erfordernis der Gegenzeichnung der vom Landesfürsten sanktionierten Gesetze.

Von besonderer Bedeutung hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem Landesfürsten ist das Gegenzeichnungsrecht des Regierungschefs gemäss Artikel 86 der Verfassung.

Die Regierung ist für die Landesverwaltung verantwortlich.
                                                                              



Geographie

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Die Lage
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Liechtenstein erstreckt sich über eine Fläche von gesamthaft 160 Quadratkilometern und wird von gegen 34.000 Menschen bewohnt (Ende 2002). Die Grenzen verlaufen im Süden und im Westen gegen die Schweiz und im Osten und Norden gegen Österreich. Der Grenzumfang beträgt 76 Kilometer. Liechtenstein liegt zwischen 47° 16‘ und 47° 03‘ nördlicher Breite und zwischen 9° 28‘ und 9° 38‘ östlicher Länge von Greenwich. Der tiefste Punkt ist mit 430 m ü. M. das Ruggeller Riet und der höchste Berg des Landes ist der Grauspitz mit 2.599 Metern.


Die Hälfte der Fläche Liechtensteins bilden die Talebenen des
Rheintals
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Die Talebene im Rheintal umfasst die Hälfte des Landes. Sie ist das eigentliche Landwirtschaftsgebiet Liechtensteins, da der Rest des Landes gebirgigen Charakter hat. In der Rheinebene sind die verschiedensten Übergänge von Sand, Torf, sandigem Lehm und Tonböden zu finden. Die Böden des rheintalseitigen Hangs bestehen aus Gehängeschutt, Moränenablagerungen und vereinzelt aus Löss. Aus geologischer Sicht ist das Gebiet äusserst vielfältig.


Liechtensteins Alpenwelt ist beliebtes Fremdenverkehrsziel
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Gebirgszüge, die das Land in süd - nördlicher Richtung durchziehen, sind Ausläufer des Rätikons. Der Eschnerberg mit 730 Höhenmetern steht im Tal, während sich der gebirgige Teil im Osten des Landes aus drei Hochtälern formiert. Diese Alpenwelt mit ihren gut ausgebauten Autostrassen bis auf 1.600 Meter ist ein starker Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr.
 
Geologie 

Mitten in Liechtenstein stossen die West- und Ostalpen aufeinander. Die Grenze läuft von der Luziensteig über Vaduz in nordöstliche Richtung. Der grösste Teil des Alpengebietes gehört der ostalpinen Fazies an, während der Fläscher- und Schellenberg als Ausläufer der helvetischen Decke aus dem Rheintal ragen. Der nördlichste Teil des Fläscherbergs mit seinem markanten Ausläufer des Ellhorns reicht auf Liechtensteiner Gebiet herüber. Seine Westhänge, wie auch jene des Schellenbergs sowie der Schlosswald zwischen Vaduz und Meierhof, sind mit Löss bedeckt. Die aus Quintnerkalk aufgebauten Felsen des Ellhorns aus der Malmzeit bilden ein natürliches Ufer des Rheins. Nördlich davon erhebt sich der Schlosshügel von Gutenberg nochmals als Teil der helvetischen Decke aus dem Rheintal. Sehr fossilreich ist die helvetische Decke am Schellenberg. So konnten Belemniten im dortigen Schrattenkalk, Fischzähne in der Luitere-Fossilschicht, Ammoniten, Muscheln und Schnecken in der Lochwaldschicht aus der Kreidezeit gefunden werden.

Der Übergang der helvetischen Decke zur ostalpinen ist der hochhelvetisch-penninischen Flyschzone vorbehalten. Man kann sie in drei technische Einheiten aufgliedern, nämlich den Vorarlberger Flysch vom Maurerberg bis östlich von Schaan, den Vaduzer Flysch vom Wildschloss bis gegen Triesen und den Triesner Flysch südlich von Triesen. In dem bis zu tausend Meter mächtigen Vorarlberger Flysch aus der Kreidezeit findet sich die fossilreiche Plankner-Serie. Es handelt sich vor allem um Fukoiden und Helminthoiden, um Algen und Wurmbauten. Die Plankner-Serie ist reich an Makro - und Mikrofossilien. In die ostalpine Decke leitet mancherorts eine Quetschzone über. Die untere Quetschzone weist bunte, lichtgrüne Quarzsandsteine und blassrötliche Mergel auf; die obere Breccien, Aptychenkalke und Verrucano-Buntsandsteine. Diese entsprechen der Aroser Schuppenzone. Es finden sich darin auch mesozoische Schiefersteine, Weissfluh-Breccien und -sandsteine, wie sie am Westfuss der Weissfluh bei Davos vorkommen. Zu den Ostalpen gehört die Lechtaldecke aus dem Trias. Das tiefste Glied bildet zum Teil ein Buntsandstein, zum Teil ein Muschelkalk, an welche die Partnachschichten mit ihrem Schiefer und Kalk anschliessen. Die steilen Wände im Süden des Malbuntals und des Hahnenspiels im Saminatal werden von Kalken und Dolomiten der Arlbergschichten aufgebaut. Ein reizvolles Landschaftsbild vermitteln die in der Lechtaldecke abwechslungsreichen Raiblerschichten. In ihnen kommen Kalke, Schiefer, Gips, Dolomite, Rauhwacken und Sandsteine vor.

Zwischen Malbun und Sassfürkle finden sich verstreut eine Menge von Trichtern, welche durch Gipseinbrüche entstanden sind. Es können darin Gipskristalle beziehungsweise Marienglas gefunden werden. Der Gips ist nördlich vom Erble Ursache für eine Mineralquelle, deren Wasser die Milch scheidet. Die Schiefer- und Sandsteine enthalten zahlreiche Fossilien wie Farne, Schachtelhalme, Wurmbauten und -spuren. Die mächtigen Berge wie Ochsenkopf, Zigerberg, Gallinakopf, Drei Schwestern, Kuhgrat und Alpspitz werden durch den Hauptdolomit aufgebaut. Im Gebiet Drei Schwestern können Hämatitkristalle in handgrossen Platten gefunden werden. Aus der Zeit des Jura bis ins Eocaen stammen die Schichten der Falknisdecke. Die Falknis-Breccien-Serie ist Zeugnis einer Lebensgemeinschaft an urzeitlicher Meeresküste. In den Trümmern des Riffkalks finden sich versteinerte Bruchstücke von Korallen, Algen, Belemniten, Muscheln, Wurmbauten, Seeigeln, Schnecken, Schwämmen und Seelilien.

Ausserordentlich reichhaltig ist die Mikrofauna der Couches-rouges, insbesondere an Globotruncanen im grauen und roten Mergel und Kalk. Zwischen Triesenberg und Gapfahl-Obersäss zieht sich die dünne, aber lange Sulzfluhdecke hin. Ausser den gemeinhin bekannten Couches-rouges, Schiefer und Flysch enthält sie hauptsächlich hellgraue Kalke, aber auch Granite. Granite, zum Teil als erratische Blöcke, können unter anderem mit Gneisen und granatführenden Stahlsteinschiefern in der Moräne des Rheingletschers gefunden werden. Auch in der Moräne des Illgletschers im Norden des Landes finden sich mitunter granatführende Paragneise.
Geologische Fragen wirft das Rheintal selbst auf. Denn in Anbetracht der geologischen Basis sollte der Rhein durch das Seeztal gegen den Walensee und Zürichsee fliessen. Es ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt worden, ob das Rheintal eine geotechnische Depression oder ein Erosionserzeugnis darstellt. Vielleicht wurde es auch durch Bruchspalten gebildet.

Diese Übersicht zeigt, wie geologisch und paläontologisch reichhaltig das Gebiet von Liechtenstein ist, was vor allem durch die Überschiebung der Ost- und Westalpen wie auch durch die vorzeitlichen Küstenstriche entstanden ist. Geologisch interessierte Wanderer, Fossil- und Mineraliensammler finden somit in diesem kleinen Raum ein mannigfaltiges Betätigungsfeld.
 
 
Wappen und Farben 

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Das grosse Staatswappen
Das Wappen des Fürstenhauses Liechtenstein ist zugleich das grosse Staatswappen. Es ist das Hoheitszeichen des Fürstentums Liechtenstein und wird in Siegeln und Stempeln sowie auf amtlichen Schildern und Drucksachen verwendet. Das Recht zur Verwendung steht den Mitgliedern des Fürstenhauses sowie den staatlichen Behörden zu. Die Regierung kann ausserdem Privatpersonen eine Bewilligung zur Verwendung des grossen Staatswappens erteilen, wenn dies im Interesse des Landes ist.


Das Wappen ist geviert mit unten eingepfropfter Spitze und belegt mit einem Herzschild. Die einzelnen Wappen, die im grossen Staatswappen vereint sind, verweisen auf die Geschichte des Fürstenhauses:

Das von Gold und Rot geteilte Stammwappen des Fürstenhauses bildet den Herzschild.
Das schlesische Wappen zeigt in Gold einen mit einem kreuzbesetzten silbernen Kleeblattmond belegten, gekrönten, gold-bewehrten schwarzen Adler.
Das Wappen der Kuenringe ist von Gold und Schwarz achtmal gestreift und mit einem grünen Rautenkranz belegt.
Das Wappen des Herzogtums Troppau ist von Rot und Silber gespalten.
Das Wappen von Ostfriesland beziehungsweise Rietberg zeigt einen gekrönten, gold-bewehrten schwarzen Jungfrauenadler mit silbernem Kopf.
Das Wappen des Herzogtums Jägerndorf in der blauen Spitze des Schildes zeigt ein goldenes Jagdhorn an einer gleichfarbigen Schnur.
Den Schild umgibt ein mit dem Fürstenhut gekrönter Fürstenmantel (Wappenmantel) von Purpur und innen mit Hermelin gefüttert.

Das kleine Staatswappen
Das kleine Staatswappen ist das von Gold und Rot geteilte Stammwappen des Fürstenhauses unter dem Fürstenhut.




Die Landesfarben
Die Landesfarben sind Blau-Rot. Die Flagge besteht aus einem mit einer Leine lose an einer Stange befestigten rechteckigen Tuch aus zwei gleich breiten Querstreifen, oben blau, unten rot. Im blauen Streifen ist gegen die Stange hin der Fürstenhut in Gold angebracht.


 

Die Farben des Fürstenhauses
Die Farben des regierenden Fürstenhauses von Liechtenstein sind Gold-Rot.

 

 

 

Landeshymne 
Genaue Angaben über die Entstehung der Landeshymne sind in den Archiven nicht auffindbar. Gemäss mündlicher Überlieferung wurde die Hymne von einem deutschen Geistlichen namens Jakob Josef Jauch gedichtet. Er war von 1852 bis 1856 in Balzers als Frühmesser tätig. Gesungen wird die Hymne nach der Melodie der englischen Nationalhymne «God save the King», eine Komposition von H. Carey.

Der Text, der ursprünglich fünf Strophen umfasste, wurde 1963 per Landtagsbeschluss abgeändert und gekürzt. Er lautet:

Landeshymne anhören (MP3, 754.00 KB)
Landeshymne downloaden (ZIP File, 6.87 MB)
 

Verwaltungsgliederung

Das Fürstentum Liechtenstein bildet in der Vereinigung seiner beiden Landschaften Vaduz und Schellenberg ein unteilbares und unveräusserliches Ganzes. Die Landschaft Vaduz (Oberland) besteht aus den Gemeinden Vaduz, Balzers, Planken, Schaan, Triesen und Triesenberg; die Landschaft Schellenberg (Unterland) aus den Gemeinden Eschen, Gamprin, Mauren, Ruggell und Schellenberg.

Vaduz ist der Hauptort und der Sitz der Landesbehörden. In der Verfassung ist der selbständige Wirkungskreis der Gemeinden festgelegt. Die Stimmberechtigten jeder Gemeinde wählen einen Gemeinderat und eine Gemeindevorsteherin oder einen Gemeindevorsteher, die oder der seine Funktion je nach Grösse der Gemeinde hauptberuflich oder im Nebenamt ausübt. Ein Sechstel der Stimmberechtigten einer Gemeinde kann bei der Gemeindevorstehung in Gemeindeangelegenheiten ein Initiativ- oder Referendumsbegehren stellen.




Bevölkerung

Einwohner

34.294 Einwohner (Ende 2003); davon 34 % Ausländer, hauptsächlich Schweizer, Österreicher und Deutsche.



Sprache

Amtssprache ist Deutsch, Umgangssprache ein alemannischer Dialekt.
 



Religion

Staat und Kirche
Das Fürstentum Liechtenstein ist traditionellerweise römisch-katholisch geprägt. Sein Gebiet gehörte bis 1997 dem Bistum Chur an. Da das Bistum Chur gemäss der eigenen Geschichte im 4. Jahrhundert nach Christus entstanden sein soll, bedeutet dies, dass das Gebiet Liechtensteins seit dieser Zeit für rund 1600 Jahre Teil des Bistums Chur war. Die katholische Kirche Liechtensteins war als Dekanat innerhalb des Bistums Chur organisiert. Die Zusammenarbeit zwischen Staat und römisch-katholischer Kirche war traditionsgemäss eng und problemlos.
Mit päpstlicher Bulle vom 2. Dezember 1997 wurde das Gebiet des Fürstentums Liechtenstein vom Bistum Chur herausgelöst und zum eigenständigen Erzbistum Vaduz/Liechtenstein erhoben. Zum ersten Erzbischof von Vaduz wurde der gebürtiger Liechtensteiner Wolfgang Haas ernnnt, der zuvor Bischof von Chur war.

Nachdem die Errichtung des Erzbistums das öffentliche Liechtenstein sowie das Dekanat nahezu unvorbereitet getroffen hatte, löste dieser päpstliche Akt in Liechtenstein diverse und zum Teil heftige Debatten hervor. Diese führten dazu, dass das staatskirchenrechtliche Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften derzeit überdacht wird. Dies vor allem in Bezug auf die römisch-katholische Kirche, welcher durch die liechtensteinische Verfassung ein besonderer Status („Landeskirche“) und damit verbunden öffentlich-rechtliche Rechtspersönlichkeit verliehen wird. Derzeit wird diskutiert, ob dieser privilegierte Status auf Verfassungsebene aufgehoben werden soll. Die Beziehungen der einzelnen Religionsgemeinschaften zum Staat sollen dann mittels eines neuen Religionsgesetzes geordnet werden.

Abgesehen von diesen staatskirchenrechtlichen Überlegungen riefen die teils stark kritisierte Errichtung der Erzdiözese sowie die Einsetzung des aus seiner Zeit als Bischof von Chur umstrittenen Wolfgang Haas zum Erzbischof den Unmut eines Teils der gläubigen Bevölkerung Liechtensteins auf den Plan. Dies äusserte sich in der Öffentlichkeit vor allem in der Gründung des „Vereins für eine offene Kirche“ , der seine Wurzeln im Administrationsrat des ehemaligen Dekanats hat. Ferner wurde dem liechtensteinischen Landtag anlässlich seiner Sitzung vom 17. Dezember 1997 eine von über 8.400 Personen unterzeichnete Petition für den Verbleib Liechtensteins im Bistum Chur unterbereitet.

Die Frage der staatskirchenrechtlichen Neuordnung in Liechtenstein wird wohl in den kommenden Jahren entschieden werden. Diese Entwicklung kann jedoch keinen unmittelbaren Einfluss auf die innerkirchlichen Belange der Erzdiözese haben.



Kultur

Die Kultur prägt die Identität eines Landes und seiner Menschen. Kultur ist sowohl historisch gewachsene Tradi

Die Kultur des modernen Kleinstaats ist von ländlicher Tradition
mitgeprägt 
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tion als auch Lebensäusserung von Menschen der Gegenwart.

Aufgrund seiner Kleinheit war Liechtenstein nie ein in sich abgeschlossener Kulturraum. Seit Jahrhunderten findet ein reger kultureller Austausch mit der ganzen Region, einschliesslich des Bodenseeraume, statt.
Durch den Beitritt zu verschiedenen internationalen Organisationen hat sich die kulturelle Zusammenarbeit weit über die Landesgrenzen hinaus entwickelt. Gerade im zusammenwachsenden Europa ist dieser Aspekt der kulturellen Begegnung und des gegenseitigen Kennenlernens von zentraler Bedeutung. Das Nebeneinander von sich akzeptierenden Kulturen wird zum tragenden Element eines toleranten Miteinanders.

Historische Bauten und Stätten 

Schloss Vaduz ist in seinem Ursprung eine mittelalaterliche
Burg, die mehrfach erweitert wurde 
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Seit 1938 dient Schloss Vaduz der Fürstlichen Familie
als ständiger Wohnsitz 
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In den Gemeinden Liechtensteins gibt es zahlreiche historische Bauten und Stätten. Von besonderer Bedeutung ist dabei Schloss Vaduz, der Sitz der Fürstenfamilie Liechtenstein.

Schloss Vaduz
Schloss Vaduz kann als eigentliches Wahrzeichen Liechtensteins und des Hauptorts Vaduz bezeichnet werden. In seinem Ursprung ist Schloss Vaduz eine im 16. und 17. Jahrhundert erweiterte mittelalterliche Burg. Die früheste explizite Erwähnung der Burg findet sich in einer Urkunde, mit der Graf Rudolf von Werdenberg-Sargans die Burg an Ulrich von Matsch verpfändete. Die damaligen Besitzer – und wahrscheinlich auch die Erbauer – waren die Grafen von Werdenberg-Sargans.

Der Bergfried, der im 12. Jahrhundert entstand, und die Bauten der Ostseite bilden den ältesten Teil der Anlage. Der Turm steht auf einem Grundriss von ca. 12 mal 13 m und weist im Erdgeschoss eine Mauerstärke bis zu 4 m auf. Der ursprüngliche Eingang lag auf der Hofseite auf 11 m Höhe. Die Kapelle St. Anna dürfte in ihren Grundlagen im Hochmittelalter erstellt worden sein. Der Hauptaltar ist spätgotisch. Im Schwabenkrieg von 1499 brannten die Eidgenossen das Schloss nieder. Von 1529 bis 1532 wurden die Rondelle gebaut. Die Westseite wurde noch unter Graf Kaspar von Hohenems (1613–1640) ausgebaut.

Seit 1712 befindet sich das Schloss im Besitz der Fürsten von Liechtenstein. Vorübergehend (1712–1732) diente das Schloss noch als Landvogteisitz, doch der Grossteil der Gebäude verfiel zusehends. Unter Fürst Johannes II. schliesslich wurde das Schloss in der Zeit von 1905 bis 1912 umfassend restauriert und später unter Fürst Franz Josef II. wohnlich ausgebaut. Seit 1938 ist das Schloss ständiger Wohnsitz der Fürstlichen Familie. Das Schloss ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

 
 

Natur und Landschaft
Liechtenstein unterteilt sich in drei landschaftliche Grossräume: Talraum, rheintalse

Blick auf die liechtensteinische Seite des Rheintals
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itige Hanglagen und Gebirgsraum. Der Talraum umfasst rund 50 Quadratkilometer, was 30 Prozent der Landesfläche entspricht. Die Talflächen wurden früher regelmässig vom Rhein überschwemmt, bis dieser im 19. Jahrhundert eingedämmt wurde. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb durch die enorme Knappheit des nutzbaren Bodens und durch das Fehlen von Bodenschätzen bis vor knapp hundert Jahren stark gehemmt. Zusätzlich wurde die wirtschaftliche Entwicklung durch regelmässige Feuersbrünste, bedingt durch den Föhn, erschwert. Erste umfangreiche Tal-Entwässerungen fanden im 19. Jahrhundert statt und brachten eine wesentliche Vergrösserung der Kulturflächen. Die Bemühungen um die Entwässerung des Talraums wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fortgesetzt. Sie brachten aber gleichzeitig auch den grössten bisher feststellbaren Verlust an Naturwerten mit sich. Bis um die Zeit von 1900 bedeckten noch rund 1'600 bis 1'800 Hektaren Streuewiesen den Talboden, was rund 40 Prozent des Talraums entspricht. Heute ist von diesen Streuegebieten weniger als ein Fünftel verblieben. Acht Naturschutzgebiete mit einer Fläche von rund 1.5 Prozent der Landesfläche beinhalten heute die ökologisch wertvollsten Flächen.

Die Talebenen des Rheintals  © office@liechtenstein.li


Die heutige Tal-Landschaft ist gekennzeichnet durch die Wiesen und Äcker auf den Landwirtschaftsflächen sowie durch die ausgeprägte Zersiedelung und industrielle Überbauung. Das Bedürfnis der Bevölkerung nach Mobilität prägt die Tal-Landschft zudem durch eine hohe Verkehrs- und Strassendichte. Eine umfangreiche Wohnbauförderung im Eigenheimbereich und steuerliche Vorteile des Industriestandorts Liechtenstein liessen im vergangenen halben Jahrhundert in Streubauweise verbaute Flächen entstehen, die einer Bevölkerung von der dreifachen Grösse der heutigen Wohnraum bieten würden. Der Raumanspruch der Bevölkerung ging auf Kosten von zuvor zusammenhängenden Naturräumen, deren Nutzung zunehmend intensiviert und deren Flächen immer mehr zerschnitten wurden. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts ist eine ansteigende Verlustbilanz an Naturwerten zu verzeichnen.

Die naturkundliche Erforschung Liechtensteins zeigt auf, dass nach wie vor eine beachtenswerte Vielfalt an verschiedenen Pflanzen- und Tierarten in Liechtenstein anzutreffen ist. Zugleich ist aber festzustellen, dass die naturnahen Flächen, die diese Artenvielfalt beherbergen, von Zerschneidung und Verinselung bedroht sind.

Als Gegenströmung zum Verlust der Naturwerte gewannen daher Natur- und Umweltschutzbemühungen des Landes, der Gemeinden sowie von privaten Organisationen in den vergangenen 30 Jahren an Bedeutung: Ein umfassender Natur- und Landschaftsschutz auf gesetzlicher Basis (Legalnaturschutz) sowie durch ökologische Ausgleichszahlungen und Abgeltungen (Vertragsnaturschutz), die vorbildliche Reinigung von Abwässern, umfassende Ökologisierungsbestrebungen in der Landwirtschaft, die Durchsetzung des naturnahen Waldbaus sowie zahlreiche Renaturierungsprojekte haben den Negativtrend verlangsamt und verschiedene Naturwerte wiederhergestellt.
 
 




Verkehr

Das gut ausgebaute Strassennetz umfasst 140 Kilometer. Die Eisenbahn, die Liechtenstein auf 9.5 km von Buchs nach Feldkirch durchquert, wird von den Österreichischen Bundesbahnen betreut. Der Liechtenstein Bus, eine Tochter des Schweizer Postauto, verbindet die Liechtensteiner Gemeinden untereinander. Die Busgesellschaft fährt auch die Schweizer Gemeinden Sargans und Buchs an.
Das Fürstentum ist zwar postmässig mit der Schweiz vernetzt, hat aber eigene Briefmarken und eine eigene Telefonvorwahl (+423).

Die Autokontrollschilder sind von den Schrifttypen und der Anordnung her im Schweizer Design gehalten. Wie die Schweizer Militärkennzeichen führen die Liechtensteiner Schilder weisse Zeichen auf schwarzem Grund. Statt M und Schweizerkreuz führen sie FL und das Landeswappen.



Sport

Die erste bekannte Nachricht von sportlicher Tätigkeit in Liechtenstein betrifft das Schützenwesen. Von 1789 ist die älteste Schützenverordnung Liechtensteins erhalten und ein Mitgliederverzeichnis aus dem Jahr 1802.

Neben diesen Schützengesellschaften, die wohl sportlich tätig waren, aber eigentlich andere Hauptzwecke hatten, betreffen die ersten sportlichen Aktivitäten Skilauf, Turnen, Rad fahren, Tennis, Autosport und Fussball.
Als einer der ersten Skifahrer kann der fürstliche Oberjäger Josef Negele (Rotenboden) bezeichnet werden, der vom Fürstlichen Forstinspektor Kuen Skis aus dem Tirol erhielt. Als Hilfe benützte er den damals üblichen langen Bergstock, als Skiwachs Seife, zum Aufbinden Hosenträger anstelle von Fellen. Als er etwa 1895 erstmals über „Balischgut“ herunterfuhr, meinten die überraschten Augenzeugen: „Jetzt isch d’s Jäger Toni’s Buab närscha, er het Britter a d’r Füess denna!“ Ein weiterer Pionier war der Kunstmaler Friedrich Kaufmann, der 1910 erstmals das Malbuntal auf Skis befuhr - acht Tage lang. Manchen Leuten galt er als „Spinner“ und „gfehlter Student“.

Noch vor dem ersten eigentlichen Skiverein, dem 1926 in Vaduz gegründeten „Skiclub Liechtenstein“, soll ein , Skiclub Samina“ existiert haben. Der Skiclub Liechtenstein, 1931 in Schaan neugegründet, schloss sich 1936 mit dem neuen Skiclub Triesenberg zu einem Verband zusammen.

Im Bereich des Turnens entstand 1886 in Vaduz ein Verein, der durch „Turnübungen eine gewandte und tüchtige Mannschaft für eine künftige Feuerwehr“ herausbilden wollte.
Die eigentliche Turnbewegung nahm in den 30er Jahren weiteren Aufschwung, als 1932 die Turnvereine Balzers und Triesen gegründet wurden.

Etwa gleichzeitig mit der Gründung der Turnvereine vollzog sich das Entstehen der Fussballclubs. Gründungsjahr ist ebenfalls 1932, als die Clubs Vaduz, Balzers und Triesen gegründet wurden. 1949 folgte Schaan, 1954 Mauren, 1958 Ruggell, 1963 der USV Eschen-Mauren und 1972 der FC Triesenberg.

Mit der Gründung des Tennisclubs Vaduz am 25. August 1925 bot sich die Gelegenheit für das Tennisspiel in Liechtenstein. Im selben Jahr entstand der Automobil-Club Liechtenstein (ACFL), der eine rege Tätigkeit zu entfalten vermochte, woraus 1930 eine Sportgruppe entstand.

Als Untergruppe der Pfadfinderschaft Liechtensteins bildete sich 1932 eine Sportgruppe. Die Pfadfinder sind in den 30er und 40er Jahren durch eine überaus reiche sportliche Tätigkeit hervorgetreten und sind als einer der Motoren der frühen Sportbewegung Liechtensteins zu bezeichnen.

Trotz aller Aktivitäten fand der Sport in Liechtenstein anfänglich nur zögernde Aufnahme. Der Sport genoss kein Ansehen, wurde verspottet - das Leben im damals noch primär bäuerlichen Liechtenstein war hart und die Bevölkerung darbte zu sehr, als dass solchen Liebhabereien der Durchbruch gelungen wäre. Volkserzieherische und weltanschauliche Ziele existierten noch nicht. Staatliche Hilfeleistungen waren ausgeschlossen, Sportanlagen eine Utopie. Trotz der anfänglich vorhandenen Bremsfunktionen von Gesellschaft, Kirche und auch Schule setzte sich der Sport seit etwa 1930 in Liechtenstein langsam aber sicher durch.

 

Stammtafel des Hauses Liechtenstein


© Stabsstelle für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit • Regierungsgebäude • 9490 Vaduz







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